3D-Druck: „Rapid Prototyping" wenig altagstauglich

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3D-Drucker können Gegenstände dreidimensional erstellen - allerdings sind die Prototypen aktuell noch nicht geeignet für die Massenfertigung.

Mal eben einen Beethoven-Kopf entstehen lassen, eine Tasse, einen Teller oder was einem sonst gerade so im Haushalt fehlt - zumindest vermittelt das oft die Werbung für die umgangssprachlich sogenannten „3D-Drucker“, die es inzwischen sogar zu halbwegs erschwinglichen Preisen im Handel zu erstehen gibt. Aber was steckt wirklich dahinter?

Prof. Dr.-Ing. Rudolf Vits, Dozent an der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn, Fachbereich Maschinenbau, erklärt, warum solche Geräte für den privaten Haushalt sowie für die Massenfertigung eher ungeeignet sind, und sich auch in naher Zukunft Händler keine Gedanken machen müssten, dass bald jeder Haushaltswaren oder Ähnliches selber herstellt: „Das additive Fertigungsverfahren - Rapid Prototyping - ist weder schnell noch günstig. Wenn man beispielsweise eine einfache Tasse einscannt und die Daten mit Hilfe eines entsprechenden Programmes an einen Drucker weiterleitet, würde dieser mehrere Stunden brauchen bis zur Fertigstellung.
Mit denen, die man für vielleicht 1.500 Euro bekommt, würde man wahrscheinlich eher ein Abfallprodukt produzieren. Außerdem wäre alleine das Material so teuer, dass es sich überhaupt nicht lohnen würde.“ Der Kunststoff, der dabei verwendet werden würde, wäre zu teuer. Denn eine Tasse zu produzieren, die am Ende 20, 30 oder 40 Euro kostet, macht wenig Sinn. Außerdem verwendet werden können Gips und Metall - je nach gefragter Stabilität und gewünschter Oberfläche.

Massenfertigung auch auf längere Sicht unwahrscheinlich

In der FH in Iserlohn stehen drei solcher Drucker, wobei jeder nur ein Material verarbeiten kann. Rund 50.000 Euro kostet so eine „Maschine“. Dr. Rudolf Vits: „Diese generativen Fertigungsverfahren sind bestens geeignet für die Entwicklung eines neuen Produktes. Man gibt die gewünschten Daten ein und kann nach der Fertigung schnell beurteilen, ob die Teile funktionieren - ob in der Medizin oder in der Automobilbranche. Denn nirgendwo sonst bekommt man ein komplettes Stück mit sämtlichen Details. Ein selbst gefertigtes Modell kann das nicht im Ansatz leisten. Einfaches Beispiel dafür sind Felgen oder ein Fahrradsattel oder auch Komplizierteres wie Zahnprothesen oder ein Gehirn.“
Eine Massenfertigung hält der Fachmann auch auf längere Sicht für unwahrscheinlich, aufgrund der Dauer der Herstellung nur eines einzigen Produktes und der enormen Materialkosten. Aber in der Forschung dürfte es so manches erleichtern und in Zukunft für positive Überraschungen sorgen.
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