Dr. Hartmut Walkenhorst: "Immer das Gefühl, dass ich mit Kindern gut kann"

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Dr. Hartmut Walkenhorst, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, ist seit Jahresbeginn Chefarzt der Neuropädiatrie des Evangelischen Krankenhauses Bethanien in Iserlohn.

„Es sind nicht immer nur die großen Schritte, die Freude bringen“ - Dr. Hartmut Walkenhorst, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, ist seit Jahresbeginn Chefarzt der Neuropädiatrie des Evangelischen Krankenhauses Bethanien in Iserlohn und Nachfolger von Dr. Hans Helmut Richardt. Er hat im Gespräch mit dem STADTSPIEGEL Iserlohn einen kleinen Einblick in die Arbeit mit seinen jungen Patienten gewährt.

Der 47-Jährige ist in Bochum und Castrop-Rauxel aufgewachsen und hat sein Medizinstudium in Freiburg erfolgreich beendet - die Stadt als Ausbildungsort sei eine Art Tradition in seiner Familie, denn bereits seine Eltern hätten dort ihr Studium absolviert. Ein Jahr hat er außerdem in London eine Universität besucht. „Arzt wollte ich von Anfang an werden“, erinnert sich der Mediziner. Dass er speziell mit Kindern arbeiten würde, hat sich im Laufe der Zeit herauskristallisiert: „Ich hatte irgendwie immer das Gefühl, dass ich mit Kindern gut kann.“
Seine Assistenzzeit habe er an den Kinderkliniken in Ahlen und Unna verbracht, dort habe er Dr. Hans Helmut Richardt kennen- und schätzengelernt. Im Jahr 2000 ist er mit ihm nach Iserlohn gekommen. Ein Jahr später hat er im Bethanien als sein Oberarzt fungiert und eine ganze Abteilung gemeinsam mit dem damaligen Chefarzt aufgebaut.
Aktuell 16 Patienten, der jüngste ist 8 Monate, der älteste 16 Jahre alt, sind auf der Station Neuropädiatrie untergebracht. Als besondere Herausforderung sieht Dr. Walkenhorst seine Arbeit mit den chronisch erkrankten Kindern: „Es ist anders, als wenn man mit Notfällen zu tun hat. Die werden behandelt, und man sieht sie nicht wieder. Bei den Kindern erlebt man mit, wie sie sich entwickeln und groß werden. Auch auf die Eltern muss speziell eingegangen werden, und die Zusammenarbeit mit ihnen ist von entscheidender Bedeutung.“ Diese in Tiefphasen zu motivieren, gehöre ebenso dazu. Oft seien scheinbar kleine Entwicklungen wichtig bei den jungen Patienten mit Bewegungsstörungen. Denn es sei bereits ein Erfolg, wenn ein Kind nach der Physiotherapie sich selber und ohne Hilfe im Bett herumdrehen kann; eine Entlastung auch für die Eltern, die diesen Part sonst in der Nacht übernehmen mussten. Dr. Walkenhorst: „Auch, wenn ein Kind es beispielsweise schafft, alleine aufrecht zu stehen, ist das Grund zur Freude, wo manche vielleicht denken ‚Es kann doch nur stehen, nicht selbstständig gehen‘. Aber so etwas würde bedeuten, dass die Mutter oder Vater es einfacher anziehen können.“

Es gibt gute und schlechte Tage

Während der Mediziner über den Alltag auf der Station erzählt, überlegt man, wie man es selber verarbeiten würde, täglich damit konfrontiert zu werden. Für den Chefarzt Normalität: „Klar nehme ich manches gedanklich mit nach Hause. Aber ich habe bei der Heimfahrt nach Castrop-Rauxel Zeit, um den Kopf frei zu bekommen, und meine Frau ist Allgemeinmedizinerin, mit der ich mich austauschen kann.“
Insgesamt überwiege aber die Freude an den Fortschritten, die die Kinder und Jugendlichen auf seiner Station machen. „Es gibt auch bei ihnen gute und schlechte Tage. Der einzige Unterschied ist hier, dass manche Kinder sich zwar meist nicht verbal äußern können, aber durch Gesten und Bewegungen versteht man sie genauso. Man muss sich viel Zeit nehmen und eben genauer hinsehen.“
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