Kinderschutzbund gibt Tipps zum sicheren Babyschlaf

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Christa Cholewinski vom Kinderschutzbund (2.v.l.) und Kinderkrankenschwester Petra Quellhorst (l.) laden regelmäßig zur Schlafsackstunde ein.
Hilden: Kinderschutzbund |

Schlafsäcke halten die Kleinsten nicht nur warm, sondern können Leben retten. Der Kinderschutzbund informiert regelmäßig junge Mütter über sicheren Babyschlaf.

Der Alptraum vieler Eltern: Das Baby hört im Schlaf einfach auf zu atmen. Deutschlandweit sind die Fälle des Plötzlichen Kindstod in den vergangenen Jahrzehnten stark zurückgegangen. Gab es 1990 noch 1300 Fälle, wurden 2012 nur noch 131 registriert.

Tipps, wie man das Risiko möglichst minimiert, gibt der Kinderschutzbund in seiner Schlafsackstunde – diesmal nahmen rund 20 Mütter aus Hilden mit ihrem Nachwuchs teil. „Die aktuellen Empfehlungen lauten: Das Baby soll auf dem Rücken im Schlafsack im eigenen Bett liegen. Die Matratze darf nicht zu weich sein. Babys brauchen frische Luft – machen Sie auch im Winter das Fenster auf. Eine kalte Nase und kalte Finger sind völlig normal, fühlen Sie im Nacken, ob es dem Baby warm genug ist“, sagt Kinderkrankenschwester Petra Quellhorst, die derzeit eine Weiterbildung zur Familienkrankenschwester macht.

Den Schlafsack können sich die Kleinsten nicht über den Kopf ziehen, erklärt sie weiter. Deshalb hätten Decken, Kissen oder Nestchen in den Bettchen nichts zu suchen – sonst bestehe das Risiko, dass die Babys erstickten.

Die Schlafsackstunde bietet der Kinderschutzbund seit drei Jahren an. „Bei unserem ‚Offenen Kleiderschrank‘ fragten immer wieder Mütter nach Zudecken. Da war uns klar, dass viele zwar den ersten Schlafsack aus dem Krankenhaus mitbekommen, dann aber viel zu früh zu Decken greifen“, erklärt Christa Cholewinski, Geschäftsführerin des Kinderschutzbundes. Die Schlafsackstunde ist stets gut besucht, der Großteil der jungen Familien in der Stadt werde erreicht. Wer teilnimmt, bekommt einen Schlafsack geschenkt.

Petra Quellhorst hat weitere Tipps für den sicheren Babyschlaf: Die Raumtemperatur solle zwischen 16 und 18 Grad Celsius liegen. Wichtig sei auch, dass die Kleinsten keine Mützchen tragen dürften. Kuscheltiere hätten am Kopfende ebenfalls nichts zu suchen. Und die Umgebung sollte rauchfrei sein.

Nicht schütteln


Ein zweites Thema liegt der Kinderkrankenschwester ebenfalls am Herzen: „Es gibt Situationen, in denen man wütend auf sein Kind ist. Wenn es über Stunden ohne ersichtlichen Grund schreit, wenn man selbst mehrere Nächte kaum geschlafen hat, dann gibt es Momente, in denen man mit seinen Kräften am Ende ist. Dann kann Hilflosigkeit in Wut umschlagen.“ Immer wieder würden Babys in diesen Situationen geschüttelt oder anderweitig misshandelt – mit fatalen Folgen, von Behinderungen bis hin zum sofortigen Tod. „Diese Fälle sind viel häufiger als der Plötzliche Kindstod“, sagt Petra Quellhorst. Ihr Tipp: Bevor die Situation eskaliert, das Baby sicher ins Bettchen legen, aus dem Raum gehen und sich Hilfe holen. Telefonnummern, an die sich junge Familien in Stresssituationen wenden können, gibt es beim Kinderschutzbund unter 02103/5 48 53. Die nächste Schlafsackstunde findet am Donnerstag, 11. Dezember, statt, Anmeldungen sind erforderlich.

Beim „Offenen Kleiderschrank“, dienstags von 9.30 bis 11 Uhr und von 15.30 bis 17 Uhr sowie donnerstags von 9.30 bis 11 Uhr kann gebrauchte Kinderbekleidung beim Kinderschutzbund, Schulstraße 44, günstig erworben werden.
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