Gartengespräch mit Bürgermeisterkandidat Michael Helmich in seiner Obstwiese

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Gut zu erkennen, die alte Eiche, um die herum ein Garagendach errichtet wurde.
 
Eine Hainbuche als Kopfbaum
Hünxe: Michael Helmich | Michael Helmich hatte interessierte Bürger und Bürgerinnen zum 1. Gartengespräch in seiner Obstwiese eingeladen. Dieser Einladung sind nicht nur Hünxer, sondern auch Bürger aus Dinslaken, Voerde und Schermbeck gerne gefolgt.

Das Helmich-Haus steht auf dem Uferrand eines alten Lippearmes, eine Besiedlung ist seit 800 vor Christus durch Germanen nachgewiesen. Der Garten ist angelegt auf einem Uferstück des Lippearmes. Oberhalb des Ufers befindet sich das Beerenobst, zwei Bienenstöcke, und man sieht einen alten Kopfbaum. Es ist eine alte Hainbuche, wo man anhand der zurückgesägten Äste erkennen kann, dass dieser mal sehr viel Platz in Anspruch genommen hatte. Im Uferhang sind ein kleiner Weinberg und das Brennnesselfeld und unten befindet sich dann die Obstwiese.

Auffällig ist am Helmich-Haus, das um eine alte Eiche herum ein Garagendach errichtet wurde. Hier hatte der junge Michael sich in einem heißen Kampf gegen seinen Vater durchgesetzt, der den Baum zugunsten des Carports eigentlich fällen wollte.

Im Einklang mit der Natur und möglichst ohne Chemie zu leben, ist Michael Helmich ein Herzensanliegen. Mit der Natur ist aber nicht nur die große Bandbreite der Pflanzenwelt gemeint, sondern auch das einvernehmliche Leben mit den Tieren.

Da Michael Helmich zwischen 50 und 80 tausend Haustiere besitzt, seine Lebensgefährtin Liane spricht hier von „Massentierhaltung“, ist ihm besonders wichtig, dass die Bienen immer genug Blüten zum Honigsammeln finden. Bis im frühen Sommer finden sie in den nahestehenden Lindenbäumen der Nachbarschaft genug zum Sammeln. Anschließend bieten Wildblumen, Taubnesseln, der Sommerflieder und auch andere Bäume, welche extra als sogenannte Bienenbäume gepflanzt wurden, noch genug Suchstellen für Futter.

Michael Helmich war sehr betroffen, als er im Frühjahr am Kanal den Kahlschlag gesehen hatte, wo für viele kleine Lebenswesen der Lebensraum auf einem weiten Streckenabschnitt vernichtet wurde. Er hätte sich gewünscht, dass man dies parzellenmäßig gemacht hätte, so dass immer wieder eine Insel für die kleinen Geschöpfe Gottes geblieben wäre. Wenn sich dann die kahlgeschlagene Stelle erholt hätte, hätte man die anderen Flächen bearbeiten können.

Am Gartenrand zum Feld hin zeigt uns Michael Helmich anhand einer blühenden Mandelweide, wo ein Rehbock durch Fegen seine reviergrenze markiert hat.

Auf dem weiteren Rundgang wird klar, dass die Bäume, welche im Garten stehen, alle eine besondere Bedeutung für Michael Helmich haben. Zu jedem Baum gibt es eine Geschichte, die Helmich gern erzählte.

Als Weinstöcke hat er unter anderem die robusten Sorten Phönix (weiß) und Regent (rot). Er erklärt uns anhand der Veredlungsstelle, dass wegen der gefürchteten Reblaus jeder Weinstock eine robuste Wurzelunterlage benötigt.

Weiter in der Obstwiese bekommen die Besucher anhand der Vorzüge des „Roten Boskoops“, der „Guten Luise“, der neues „Topas“ den Unterschied von Pflück- und Genussreife erklärt. Weiter geht es zum weißfleischigen Pfirsich, zum roten Weinbergpfirsich, zum Pfälzer Mandelbaum, zur Mirabelle, zur Quitte, zum Hauszwetschgenbaum, zur Esskastanie, zur Haferschlehe, zum Maulbeerbaum und zum Sommerapfel „Jamba“, wie auch Helmichs Lieblingsapfel „Finkenwerder Herbstprinz“.

Michael Helmich erläutert anhand eines kleinen Beispiels, woran jeder erkennen kann, ob es sich um eine Wühl- oder eine Feldmaus handelt. Wenn man den Gang etwas öffnet und dieser nach ein paar Stunden immer noch offen ist, handelt es sich um eine Feldmaus. Ist der Gang wieder geschlossen, hat man eine Wühlmaus gestört. Um diese zu vertreiben, muss keine Chemiekeule geschwungen werden, dafür gibt es genug Alternativen.

Für die Feldmäuse hat er eine sogenannte „Jule“ aufgebaut. Dort können die Greifvögel Station machen und die Feldmäuse auf der Obstwiese jagen.

Manchmal ist die Wühlmaus aber schneller und eine ganze Familie zerfrisst die Wurzel. Anhand eines totgebissenen Apfelstocks zeigt er, wie die Wühlmaus gearbeitet hat. Man kann noch die Nagespuren gut erkennen. Dies ärgert den Gärtner im ersten Moment, aber dann kommt die Frage, ist so ein kleiner Baum wirklich so schwer zu verkraften.

An einer Stelle droht eine Heckenrose einen Birnbaum zu überwuchern. Dies zeigt, dass nicht nur Tiere grausam sind, sondern auch Pflanzen.

Als Heckenpflanzen gibt es unter anderem Holunder, Elsbeere, Holzapfel und Felsenbirnen.

Im Beerengarten sind einige Beerensträucher hochstämmig gehalten. Die hochstämmigen Beerensträucher haben den Vorteil beim Ernten, dass man sich nicht bücken muss, aber auch den Nachteil, dass sie meist nur ein Viertel der Lebenszeit haben als normale Sträucher. Es gibt Johannisbeeren, Stachelbeeren, Heidelbeeren und Jostabeeren. Hier gedeihen auch die „Webbs-Preisnuss“ und den „Halleschen Riesen“, ein Haselnussstrauch, gut.

Während des Rundgangs bringt Michael Helmich überzeugend rüber, dass ein Leben mit der Natur möglich ist. Auch im Garten muss man manchmal Kompromisse machen, wie z. B. mit der Wühlmaus, der ein kleiner Apfelbaum zum Opfer fiel. Aber es geht weiter und man muss sich immer wieder fragen, wie bringe ich alles unter einen Hut. Dann kann man auch Gewerbeansiedlung und Umweltschutz gut zusammenbringen und damit Arbeitsstellen schaffen.

Der Rundgang schloss an der Stelle ab, wo sich ansonsten die Familie, die Nachbarn und Freunde zum traditionellen Osterfeuer treffen, mit Baguette und selbstgemachter Bärlauch-Butter. Michael Helmich erklärte noch seine Arbeitsgegenstände als Imker, bevor es zum gemütlichen Plausch ging.

Beim nächsten Gartengespräch wird Michael Helmich seinen Besuchern den Garten rund um sein Haus zeigen.
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2 Kommentare
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Harald Joswig aus Hünxe | 10.05.2015 | 23:21  
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Adelheid Windszus aus Hünxe | 11.05.2015 | 05:22  
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