Dauerbaustelle A46 Seilersee bis Oktober

Wolfgang Hombach, Brückensanierer und Pendler seit sechs Monaten aus dem hessischen Nidda erklärt wie die neuen Schall schluckenden Brückenübergänge sich je nach Temperatur ausdehnen können.
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Über den Stand der Sanierungsarbeiten an Iserlohns längstem Bauwerk

Noch sind die Sommerferien nicht zu Ende, aber bereits jetzt bilden sich längere Staus im morgendlichen Pendlerverkehr zu der Auffahrt Iserlohn-Mitte, wie zum Beispiel an der Schapke. Eine Ursache ist die seit fünf Monaten gesperrte Auffahrt „Seilersee“ in Richtung A45 und Hagen. Ein Anlass sich Mitte August über den aktuellen Fortschritt auf der Seilerseebrücke zu informieren.

Wolfgang Hombach gibt beim Eintreffen auf der Seilerseebrücke bereitwillig Auskunft über den Stand der umfangreichen Sanierungsarbeiten. Seit März ist Hombach, Spezialist für Brückensanierungen aus dem hessischen Nidda täglich zehn Stunden mit einem zehnköpfigen Team mit den Arbeiten beschäftigt. In dieser Woche wurde die letzte Deckschicht mit feinporigem Asphalt aufgetragen, berichtet der seit 28 Jahren mit Straßensanierung beschäftigte Facharbeiter nicht ganz ohne Stolz. Auf einer Fläche von ca. zehn Fußballfeldern wurde die nördliche Brücke seit Frühjahr von der alten Straßendecke befreit und anschließend mit schwarzer Folie, ähnlich einer Teichfolie, abgedeckt und verschweißt. Unzählige Propangasflaschen zeugen von dieser Materialschlacht. Mit der Folie wird sichergestellt, dass kein Wasser in das Brückenbauwerk eindringen kann und den Stahlbeton rosten lässt. Im Anschluss wurde zur Verbindung eine Bitumenschicht aufgetragen und zum Schluss die eigentliche Fahrbahndecke aus feinporigem Asphalt erstellt. Damit es keine Bodenwellen gibt prüft ein automatischer Straßenfertiger die Ebenheit der Bahn. Auch die Brückengeländer wurden vom Zahn der Zeit befreit und mit hellblauer Farbe angestrichen. Die vielen Vorarbeiten sind dabei das Aufwendigste, weiß Hombach zu berichten und wie es jeder Heimwerker aus eigener Erfahrung weiß. Besonders die Übergangsstücke an beiden Enden der Brücke, die für einen Ausgleich der sich im Winter über zehn Zentimeter zusammen ziehenden Stahlbetonbrücke sorgen, wurden komplett durch schallschluckende Übergangselemente ersetzt. Damit reduzieren sich die für die Anwohner der Hemberg-Siedlung bekannten Plopp-Geräusche, wenn Autos über die Dehnungsfuge fahren.

Autobahnfreigabe erst nach Fertigstellung aller Gewerke

Wenn Wolfgang Hombach in den nächsten Tagen die Sanierungsarbeiten an der Seilerseebrücke beendet hat sind allerdings noch eine Reihe von Restarbeiten am Autobahnteilstück zu erledigen. So müssen zum Beispiel die Norm-gerechten Leitplanken auf beiden Seiten der Fahrbahn montiert und zum Schluss die Fahrbahnmarkierungen aufgebracht werden. Auch die Fahrbahn zwischen Seilerseebrücke und der gesperrten Auffahrt Seilersee, die von einer Straßenbaufirma aus Bremen parallel saniert wird, muss noch eine neue Straßendecke erhalten. Alles Voraussetzungen dafür, dass das Teilstück wie geplant im Oktober für den Verkehr wieder freigegeben werden kann. Danach sieht es im Moment noch aus. Wenn es nicht wie im letzten Jahr zu Verzögerungen bei der Anlieferung der Leitplanken kommt.
Während der Besichtigung zieht ein kräftiges Gewitter vom Nußberg her auf. Kein angenehmes Gefühl hoch über dem Seilersee. Aber dem erfahrenen und wetterfesten Brückenbauer Hombach scheint dies gar nichts aus zu machen. Bei Regen und Wind haben er und sein Team den wichtigsten Teil zur Brückensanierung beigetragen.

Autor:

Stephan Greitzke aus Iserlohn

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