Befreiungsschlag mit Schützenfest gegen Krefeld?

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1. Bundesliga, 5. Spiel: ERG Iserlohn - HSV Krefeld 10:3 (4:0)

(tg) Dirk Iwanowski hielt sich nicht lange mit Analysen und Bewertungen auf, sondern kam gleich zum Punkt: „Ich bin froh, dass wir heute gewonnen haben!“ Erst seine folgenden Gedanken gehörten dann der genaueren Spielbetrachtung. Und dabei kam deutlich zutage, dass eben noch längst nicht alles Gold war, was glänzte. „Wir hatten zwei Phasen, da lief fast gar nichts. Es gibt immer noch viel zu tun!“


Der Wille zur Besserung war den Sauerländern vom ersten Moment an anzusehen, mit viel Schwung begannen die ERGI-Cracks und suchten unmittelbar den Abschluss. Der erste Versuch von Sergio Pereira war auch gleich ein Volltreffer, allerdings an den Kopf von HSV-Schlussmann Marcell Hass: Der Schlussmann blieb kurz benommen liegen und wurde vorsichtshalber per Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht.

Also rückte nach gerade einmal 100 Sekunden Daniel Heulmanns zwischen die HSV-Pfosten. Der konnte gegen Andre Costa und Carlos Nunez (beide 5.) noch retten, hatte gegen Timon Henkes Knaller aus kurzer Distanz aber keine Chance (6.).

Im weiteren Verlauf nahmen die Hausherren ihre Aufgabe dann etwas zu locker, vernachlässigten das Zusam-menspiel und hatten überdies auch Pech. So klatschte der Ball nach einer herrlichen Volleyabnahme von Carlos Nunez einmal mehr als Torgestänge (8.), Sergio Pereira (12.) und Andre Costa (15.) konnten freistehend den Ball nicht an Daniel Heulmanns vorbei bringen.

Auf der Gegenseite zeigten die Krefelder derweil durchaus einige Kostproben ihres Könnens, der Ausgleich lag durchaus mehrfach in der Luft, doch ERG-Schlussmann Patrick Glowka war nicht zu überwinden. Bei Frederik Görtz' Schuss hatte der Torwart aber nun seinerseits den Pfosten auf seiner Seite (14.).

Als Sergio Pereira schließlich das 2:0 gelang (16.), waren die Iserlohner wieder in der Spur und spielten temporeich nach vorne. Da konnte der HSV nicht mithalten, die zudem noch das Pech hatten, dass sich David Heulmanns kurz nach dem 2:0 noch das Knie verdrehte, aber nach fünfminütiger Verletzungspause die Zähne zusammenbiss und weitermachte: Noch vor der Pause erhöhten Sebastian Glowka (20.) und Andre Costa (20.) auf 4:0. Letztgenannter legte nach Wiederanpfiff per Doppelschlag zum 6:0 nach (28./30.), wobei beim 6:0 nun wieder Mardell Hass im Tor stand, der zwischenzeitlich aus dem Krankenhaus zurückgekehrt war.

Das Spiel war gelaufen war, zumal sich der HSV umgehend drei weitere Tore durch Sergio Pereira (32./34.) und Timon Henke einfing (34.). Den Gästen drohte nun ein Debakel. Dies allerdings verhinderten die Iserlohner, die durch Kai Milewski (35./36./36.) binnen weniger Sekunden drei weitere Gestängetreffer verbuchten, letztlich selbst. Denn in der Folge wollte jeder auf Teufel komm raus das zehnte Tor markieren, während die Abwehrarbeit gänzlich aufgegeben wurde.

Dies gelang letztlich nicht, selbst ein Direkter nach 10. HSV-Teamfoul brachte Sebastian Glowka nicht den ersehnten Erfolg (36.) - danach war Sendepause in der Offensive. Vielmehr rückte nun plötzlich das ERGI-Tor in den Mittelpunkt, in dem inzwischen Roman Kaas, der unmittelbar nach dem 9:0 den Platz von Patrick Glowka übernommen hatte, stand. Das 1:9 durch David Hausch (37.) wurde noch müde belächelt (37.), auch das zweite HSV-Tor von Maximilian Hendricks zeigte noch keine Wirkung (41.).

Erst als David Hausch einen Penalty zum 3:9 verwandelte (43.) dämmerte es den Iserlohnern: Geht es in diesem Stile weiter, könnte es tatsächlich noch einmal eng werden. Folglich zog ERG-Coach Dirk Iwanowski die Notbremse, wusch seinen Mannen in einer Auszeit den Kopf und ließ diese nun bei Ballbesitz die Uhr herunter spielen. Ungestüme Offensivaktionen waren nun absolut tabu! Das 10:3 durfte aber schließlich doch noch bejubelt werden: Nachdem Maximilian Hendricks im Andre Costa im HSV-Strafraum zu Fall gebracht hatte, donnerte Timon Henke den fälligen Penalty via Lattenunterkante in die Maschen (48.).

ERG Iserlohn: P. Glowka (ab 34. R. Kaas); C. Nunez, A. Costa (3), K. Milewski, S. Glowka (1), S. Pereira (3), T. Henke (3). - HSV Krefeld: M. Haas (2. - 30. D. Heulmanns); M. Hendricks (1), N. Hilbertz, F. Görtz, S. Micus, P. Greiffenstein, D. Hausch (2), S. Emmrich, N. Fichtner. - Schiedsrichter: T. Flössel / S. Dahlbock.

Torfolge: 1:0 (6.) T. Henke, 2:0 (16.) S. Pereira, 3:0 (20.) S. Glowka, 4:0 (20.) A. Costa, 5:0 (28./Direkter) A. Costa, 6:0 (30.) A. Costa, 7:0 (32.) S. Pereira, 8:0 (34.) S. Pereira, 9:0 (34.) T. Henke, 9:1 (37.) D. Hausch, 9:2 (41.) M. Hendricks, 9:3 (43/Penalty) D. Hausch, 10:3 (48./Penalty) T. Henke. - Zeitstrafen: Iserlohn 0 min – Krefeld 4 min (F. Görtz/28. – M. Hendricks/48.). - Teamfouls: Iserlohn 7 – Krefeld 11.
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