Grußwort der Bürgermeisterin zum Jahreswechsel

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Liebe Bürgerinnen und Bürger,
schon wieder stehen das Weihnachtsfest und der Jahreswechsel kurz bevor. Rasant ist das Jahr vergangen - und wieder ist es Zeit, auf das Jahr zurückzuschauen und einen vorsichtigen Blick auf das neue Jahr 2017 zu wagen.
Es war für viele von uns – ganz sicherlich für mich persönlich – ein anstrengendes, arbeitsreiches und herausforderndes Jahr. Aber es war bestimmt kein schlechtes Jahr. Ich hoffe, die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt haben in ihrem beruflichen Umfeld, im Kollegenkreis, im Freundes- und Familienkreis so viel Zuspruch und Unterstützung erhalten, wie ich sie erfahren durfte. Allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern möchte ich an dieser Stelle herzlich dafür danken. Sie leisten sehr gute Arbeit.
Bei den zahlreichen Bürgerveranstaltungen und Gesprächsrunden, bei den Jubiläen und Festlichkeiten bin ich überall als neue Bürgermeisterin freundlich aufgenommen worden. Allen, denen ich begegnen durfte, haben es mir leicht gemacht. Dafür bedanke ich mich. Ich hoffe, dass es mir gelungen ist und weiterhin gelingt, einen guten und offenen Kontakt zu den Bürgern aufzubauen. Ich habe Kindergärten, Seniorentreffs und Vereine besucht, weil ich der Ansicht bin, dass die Bürger die Bürgermeisterin nicht nur vom Foto kennen sollten. Zudem wird die Bürgermeistersprechstunde sehr gut angenommen; die Homepage versorgt Sie mit Informationen ebenso wie die städtische Facebook-Seite. Grundsätzlich steht mein Büro für Sie offen, ich freue mich auf Ihren Besuch.
Was die stark angespannte Haushaltslage betrifft, sind in diesem Jahr die Fortschritte eher gering. Wobei man sicher zugestehen muss, dass alle Entscheidungen, die dem Bürger wehtun, schwer zu treffen sind. Jetzt, kurz vor Jahresende, hat der Rat eine mutige und richtige Entscheidung getroffen. Die Grundsteuerhebesätze A und B und die Gewerbesteuer sind erhöht worden. Das ist wahrlich kein Weihnachtsgeschenk, aber ich denke, die meisten wissen, dass diese Entscheidung absolut notwendig war. Der Karren steckt zu tief im Dreck, als dass er leicht herauszuziehen wäre. Darauf ist auch oft genug hingewiesen worden. Die Verwaltung ist nun gefordert, Vorlagen für strukturelle Sparmaßnahmen zu liefern, auch hier wird es weitere Einschnitte für die Bürger geben. Interne Verwaltungsabläufe müssen ebenso optimiert werden, auch hier ist ein Anfang auch schon gemacht. Wir müssen alle ein gewaltiges Durchhaltevermögen beweisen, um die Zukunft der ganzen Stadt gestalten zu können.
Wir dürfen uns aber auch nicht zu Tode sparen, Kalkar darf nicht in Schönheit sterben. Unser Kapital ist die Stadt selbst, eingebettet in die schöne Landschaft. Dieses Kapital müssen wir nutzen, um attraktiv zu bleiben, für uns selbst, aber auch für andere. Wir befinden uns in der schwierigen Situation, im Rahmen der desolaten Haushaltslage einen Spagat zwischen Einsparungen und Investitionen in die Zukunft zu vollführen.
Im Sinne einer Zukunftsorientierung sind bereits einige Dinge auf den Weg gebracht worden. Dazu gehört ein integriertes Stadtentwicklungskonzept, das uns in die Lage versetzen wird, städtebauliche Projekte mit Hilfe von Fördermitteln zu realisieren: hier werden die Bürger stark eingebunden sein. Die Weiterentwicklung der Freiflächen an der Birkenallee ist in Angriff genommen worden. Ein Verkehrskonzept wird entwickelt. Das Nachnutzungskonzept Wisseler See wird nunmehr gezielt vorangetrieben. Der Ringtausch unserer Schulen ist befürwortet worden; er ist alternativlos. Der Alleenradweg ist fertiggestellt und findet große Zustimmung. Wir werden gemeinsam noch viel Arbeit in die Weiterentwicklung dieser und weiterer Projekte zu leisten haben.
Auch kleinere Ideen und Vorhaben, die uns selber gut tun und auch Leute in die Stadt ziehen, sind durchgeführt worden. Ich erinnere an die Eisbahn und die Sandstadt Kalkar. Bemerkenswert ist, dass es in Kalkar ein großes Engagement der Bürger und der Unternehmen vor Ort gibt. Nur so waren diese Projekte überhaupt zu realisieren. In diesem Zusammenhang ist auch die Einrichtung der Boule-Bahn am Platz der Begegnung zu sehen; sicher eine deutliche Aufwertung dieser Grünanlage. Ein Dankeschön an alle, die das ermöglicht haben.
In Sachen Kunst und Kultur, ein wichtiger Teil des städtischen Selbstverständnisses, sind wir auch vorwärts gekommen. Eine Kunstakademie ist initiiert worden, auch hier von engagierten Bürgern. Wir haben einen schönen neuen Flügel im Ratssaal und konnten eine Konzertreihe etablieren, die für alle Musikfreunde etwas bietet: von Klassik bis Jazz. Leider ist der Konzertflügel noch nicht bezahlt, Spenden sind also herzlich willkommen.
Neben den geschilderten Problemen wird uns das Flüchtlingsthema weiter begleiten. Nun geht es jetzt nicht mehr nur um das Dach überm Kopf, sondern um Integration. Das ist für alle Beteiligten ein langer, schwerer Weg. Die Kommunen werden mit den anstehenden menschlichen und finanziellen Problemen nahezu alleingelassen. Ich bitte Sie alle weiterhin mitzuwirken und geduldig zu sein, die Herausforderung wird immer eher größer. Ein besonderer Dank gilt all denen, die sich in diesem Bereich ehrenamtlich engagieren. Ohne sie wäre die Flüchtlingspolitik längst gescheitert.
Auch soll an dieser Stelle das ehrenamtliche Engagement in den Bereichen Sport, Kultur, Kunst und Brauchtum gewürdigt werden. Die entsprechenden Angebote für die Bürgerinnen und Bürger werden oft als selbstverständlich betrachtet. Sie sind es nicht, sie sind mit viel Arbeit und großem Einsatz verbunden.
Trotz aller Schwierigkeiten müssen wir uns Optimismus und Mut bewahren, das Gute verbessern und unsere Möglichkeiten nutzen. Vieles wird von engagierten Bürgern geleistet werden müssen, was die Stadt selbst nicht mehr kann. In diesem Zusammenhang bedanke ich mich bei all denen, die die Weihnachtsbäume für die öffentlichen Plätze gespendet haben.
Ich wünsche Ihnen ein wunderschönes Weihnachtsfest. Essen Sie Würstchen oder Gänsebraten, machen Sie Geschenke oder machen Sie keine, aber genießen Sie die ruhigen Tage im Kreise Ihrer Familien oder Freunde.
Gehen Sie mit Optimismus und Vorfreude in das Jahr 2017, für das ich Ihnen alles, alles Gute wünsche. Jedes Jahr bringt immer neue Ereignisse, gute und leider auch schlechte und traurige. Mögen Sie auch genug Kraft für das nächste Jahr haben.
Für die Stadt Kalkar ist das Jahr 2017 ein besonderes: die Verleihung der Stadtrechte liegt 775 Jahre zurück. Das soll mit allen Bürgerinnen und Bürgern gefeiert werden, freuen wir uns darauf!

Dr. Britta Schulz
Bürgermeisterin der Stadt Kalkar
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