Kamener Autor Heinrich Peuckmann: „Sherlock Holmes ist lebendig“

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Heinrich Peuckmann und sein neuester Roman "Angonoka" (Foto: Jungvogel)
Kamen: Stadtspiegel |

Ob in Guy Ritchies Holmes-Verfilmungen oder in der neuen BBC-Serie „Sherlock“: Der Meisterdetektiv ist heute aktueller denn je, findet auch der Kamener Autor Heinrich Peuckmann.

Peuckmann kennt sich mit Sherlock Holmes aus. „Ich habe früher alle Geschichten von Doyle gelesen“, erzählt er. „Mir hat die Rollenverteilung immer gut gefallen: Es gibt einen, der alles durchschaut, und einen, der die ‚nervigen‘ Fragen stellt, wie der mitratende Leser.“ Aber auch das Hineinversetzen in eine andere Zeit (Holmes‘ Fälle sind meist um 1890 angesiedelt) gefällt dem Kamener Autor. „So kann der Leser auch etwas über die entsprechende Zeit und ihre Lebensumstände erfahren. Ähnliches baue ich auch in meine Romane ein und bemühe mich, Probleme der Gegenwart anzusprechen.“

Die Tradition der englischen Kriminalliteratur begann mehr oder weniger mit Sherlock Holmes und wurde von anderen Autoren wie Agatha Christie, Edmund Crispin oder Francis Durbridge fortgesetzt. „Mittlerweile wurden sie unter anderem von skandinavischen, aber auch deutschen Autoren abgelöst“, so Peuckmann. Bis vor wenigen Jahrzehnten galt es in Deutschland unter Schriftstellern nicht als fein, Krimis zu schreiben. „Dann hielt Heinrich Böll eine Rede, in der er die Krimiautoren verteidigte“, erzählt Peuckmann.

Die Geschichten um Sherlock Holmes hält Peuckmann für immer noch aktuell. „Technische Möglichkeiten wie die DNS-Analyse sind zwar hinzugekommen, aber das A und O der Polizeiarbeit bleibt immer noch die Kombination wie bei Holmes.“ Auch Peuckmanns literarischer Held Bernhard Völkel, pensionierter Kriminalbeamter aus Dortmund, kommt durch Kombination und Beobachtung auf die Lösungen seiner Fälle. In „Angonoka“, dem neuesten Krimi Peuckmanns, wird ein Exemplar der titelgebenden Schildkröte in der Nähe einer Leiche gefunden. Völkel beginnt zu ermitteln und muss sich bald mit Tierschmugglern, einem Rache suchenden Vater und den Tücken des Internets auseinandersetzen.

Die Geschichte hat übrigens einen realen Kern: „Ähnlich wie im Roman, wurde eine Angonoka im Zusammenhang mit Tierschmuggel in freier Wildbahn gefunden. Sie befindet sich jetzt in einem Zoo in der Lausitz und ist auch auf dem Cover zu sehen“, so Peuckmann. Ein neuer Roman mit Völkel ist übrigens schon in der Mache. In einigen Monaten erscheint ein Roman, der sich um die lokale Archäologie drehen wird. „Ein Fund wird nicht ordnungsgemäß abgegeben, und Völkel beginnt zu ermitteln“, verrät Peuckmann.
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