Frauen fühlen Bundestagskandidaten auf den Zahn

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Die Gleichstellungsbeauftragten sprachen mit Bundestagskandidaten über die noch nicht erreichte Gleichstellung von Frauen und Männern. Foto: Kreis Unna
Wie ernst ist es den Parteien mit der Umsetzung des Verfassungsauftrages zur Gleichstellung von Frauen und Männern? Diese Frage stand im Mittelpunkt eines Gespräches, zu dem die kommunalen Gleichstellungsbeauftragten die Bundestagskandidaten eingeladen hatten.
Kernproblem der Gleichstellung ist nach wie vor das Einkommen. "Ein Drittel aller Frauen verdienen so wenig, dass es für die unmittelbare Existenzsicherung nicht reicht", unterstrichen die Gleichstellungsbeauftragten und verwiesen darauf, dass nur zehn Prozent der Männer in einer finanziell so schwierigen Lage seien.
Gleichstellungsbeauftragte gegenüber Bundestagskandidaten
Gleichstellung nicht erreicht

Doch die Gleichstellungsbeauftragten hatten noch mehr Zahlenmaterial zusammengestellt. Werde mit einbezogen, dass im aktiven Erwerbsleben so viel erwirtschaftet werden müsse, dass auch Arbeitslosigkeit und Krankheit abgesichert seien, könnten 62 % der Frauen ohne Kinder (29 % Männer) und sogar 74 % der Frauen mit Kindern (43 % Männer) kein existenzsicherndes Einkommen erwirtschaften.

In einem angeregten Austausch machten die Gleichstellungsbeauftragten deutlich, dass solche Zahlen angesichts der guten Ausbildung vieler Frauen ein Skandal seien. "Eine moderne und effektive Gleichstellungspolitik muss den gesamten Lebenslauf von Frauen und Männern im Blick haben und deshalb aufhören, Frauen bei dem Bemühen um wirtschaftlichen und beruflichen Erfolg zu benachteiligen oder sogar auszugrenzen", so die Gleichstellungsbeauftragte des Kreises, Sengül Ersan, stellvertretend für ihre Kolleginnen.

An dem Gespräch am 2. August nahmen teil: Oliver Kaczmarek (SPD) Sylvia Jörrißen (CDU), Heike Schaumann und Christoph Dammermann (beide FDP), Marie Dazert (Bündnis 90/Die Grünen), Walter Wendt-Kleinberg (Die Linke) und Marcel Clostermann (Piratenpartei).

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