Schützen wollen nicht auf „Spatzen“ schießen

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Ob der Vogel noch so groß sein wird wie hier beim Schützenfest des Schützenvereins Methler 2011 bleibt abzuwarten: Die neue Richtlinie ist jedenfalls stark umstritten. (Foto: Schützenverein Methler)

Die Schützenvereine sind nicht begeistert: In den vom Innenministerium des Innern herausgegebenen neuen Schießstandrichtlinien soll die Dicke des Schützenvogels von 150 auf 80 Millimeter sinken. Dadurch wird der Vogel zu dünn, um ein Vogelschießen wie bisher durchführen zu können.

„Die Schützen sind alle nicht zufrieden“, erklärt Heinz Riese, 1. Vorsitzender des Schützenvereins Overberge. „Das Schießen soll über mehrere Stunden gehen. Das ist bei einem so kleinen Vogel nicht möglich. Der ist schon nach ein bis zwei Schüssen unten, da wir mit schwerem Kaliber schießen.“ Dieter Heuer vom Schützenverein Oberaden ist der gleichen Meinung: „Ein großer Vogel ist für die Zuschauer viel interessanter.“ Klaus-Peter Slomiany, Vorsitzender des Schützenvereins Methler, sagt sogar: „Ich weiß nicht, ob Schützenvereine dann noch eine Chance haben.“


Rückpraller sehr unwahrscheinlich

Als Grund für das geplante Verkleinern des Vogels wird genannt, dass die Gefahr von Rückprallern bestehe. Das erscheint aber sehr unwahrscheinlich: „Ich habe noch nie von Rückprallern gehört“, sagt Dieter Heuer. „Es ist nie etwas passiert, soweit ich weiß. Ich habe auch ältere Schützenbrüder gefragt, die sich auch an keinen Unfall erinnern können“, so Heinz Riese, dessen Schützenverein Overberge an Pfingsten möglicherweise zum ersten Mal auf einen kleinen Vogel schießen muss.
Gegen die Vorgabe regt sich Widerstand: Unter dem Motto „Adler statt Spatz“ läuft auf Facebook eine Aktion, die sich für die bisherige Dicke des Vogels einsetzt. Die Seite wird von vielen Schützen unterstützt, unter anderem auch vom Schützenverein Overberge.


Einigung in Sicht

Möglicherweise wird es aber doch noch zu einer Einigung kommen: Der Deutsche Schützenbund hat die Schießstandsachverständigen-Verbände und das Bundesministerium des Innern auf das Problem für die Vereine hingewiesen. Die Beteiligten waren sich einig, dass eine für alle Vereine tragbare Lösung gefunden werden soll, die die Durchführung des Vogelschießens ermöglicht, aber auch der Sicherheit Rechnung trägt. „Wir warten jetzt erst mal die Gespräche ab“, sagt Slomiany.
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