Das Wohnheim Velbert der Lebenshilfe feierte Umbau-Party.

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„Betreten der Baustelle erwünscht“ – dieses T-Shirt trugen alle Bewohner zur Umbau-Party, um zu demonstrieren, dass die Besucher auf der „fertigen“ Baustelle willkommen sind. Die Mitarbeiter trugen rote Warnwesten. Links in der Gruppe Andreas Beel, seitens des Wohnheimes federführend beim Bau der Brandschutzanlagen, und in der Mitte Thomas Stumpf. Beide bilden die Wohnheimleitung.
 
Begrüßung der Gäste. Von links: Nicole Dünchheim, 1. Vorsitzende der Lebenshilfe e.V. Kreisvereinigung Mettmann, Andreas Beel (Mitte) und Thomas Stumpf. Die beiden Letzteren bilden die Wohnheimleitung.

Nach 15 Monaten Bauzeit sind Brandschutzanlagen und Feuertreppe fertig.


Velbert/Kreis Mettmann. „Wir sind froh, dass die Baustelle endlich zu Ende ist. Ich möchte ein Lob aussprechen an die Bewohner, die das alles ertragen mussten, und das Mitarbeiterteam im Haus, das unsere Bewohner liebevoll betreut und in den letzten Monaten vor besonderen Herausforderungen stand“, erklärte Nicole Dünchheim, 1. Vorsitzende der Lebenshilfe e.V. Kreisvereinigung Mettmann anlässlich der Umbau-Party. „Betreten der Baustelle ausdrücklich erwünscht“, so lautete das einladende Motto an die zahlreichen Gäste.

Das Wohnheim und der Hof waren entsprechend geschmückt mit Bauschildern der Gartenbaufirma Rudi Saarmann, Bewohner Hatten T-Shirts mit dem Motto der Umbau-Party angezogen und die Mitarbeiter/innen rote Westen und teilweise Schutzhelme auf dem Kopf.

„Unsere Bewohner haben die Unannehmlichkeiten während der Bauzeit mit Humor genommen“, erzählte Andreas Beel, der das Wohnheim zusammen mit Thomas Stumpf seit Juni 2015 erst kommissarisch und ab November 2015 in fester Position leitet und den Bau begleitet hat. „Das Verhältnis zwischen Bewohnern und Bauarbeitern war sehr freundschaftlich, da fiel schon mal der Satz ‚Moin Helga, wie geht’s‘ und umgekehrt wurde auch die Bitte ausgesprochen, Schuhe zuzubinden“, berichtet Beel. Gefeiert wurde mit Grill, Getränken, Popcorn, Kaffee und Kuchen, Waffeln, Disco-Musik und der „Baustelle“, wo in mit Sand gefüllten Kübeln kleine Geschenke für die Bewohner versteckt waren.

Überraschungen sind beim Bauen ja an der Tagesordnung. Thomas Stumpf erinnert sich: „Als die Baugrube für die Fundamente der Feuerleiter ausgehoben wurde, stießen die Bauarbeiter auf Reste eine Bauernhauses. Die Baugrube wurde dann zum Krater. Und letzte Woche wurde durch Feinstaub ein Fehlalarm ausgelöst, die Feuerwehr war in drei Minuten da.“ Baubehörde, Feuerwehr und eine Sicherheitsfirma hätten den Bau begleitet, der am 02. November abgenommen wird.

Die riesige Feuertreppe bis zum 3. Stockwerk hat lange Zugänge von allen Räumen und Etagen, Fluchtwege sind gekennzeichnet. Ein Feuerwehr-Informations-Bediensystem (FIBS) befindet sich im Büro der Wohnheimleitung, im Keller ist die Brandmeldezentrale (BMZ) mit der Grundsteuerung untergebracht. An allen wichtigen Fluchtpunkten gibt es Feuermelder-Kästen, über 100 Feuermelder sind an den Decken und in den Zwischendecken von Küchen und Bädern installiert. „Wir haben 17 Brandschutztüren einsetzen lassen, mussten acht neue Durchbrüche machen und drei Wände einreißen“, erzählten die beiden Wohnheimleiter. „Die ‚stillen‘ Alarme werden sofort auf die Pager bzw. Handys aller Mitarbeiter geleitet.“ Die gesamten Investitionskosten bezifferte der kaufm. Leiter der Kreis-Lebenshilfe, Marius Bartos, auf rund 750.000 Euro.

Bei dieser Feier gab es auch Ehrungen. Michael Brühne arbeitet seit 15 Jahren im Wohnheim, als Dank gab es ein Jahreslos der ‚Aktion Mensch‘. Hannelore Tzichholz ist 10 Jahre tätig, konnte die Ehrung wegen Krankheit aber nicht entgegen nehmen. Besondere Grüße überbrachten Heinz Schemken und Norbert Stegmann vom benachbarten DRK-Seniorenheim.

Infos zum Wohnheim Velbert:

Das Wohnheim befindet sich im Wordenbecker Weg 47. Es wurde im Januar 1982 in Betrieb genommen. Zuerst waren 50 Bewohner untergebracht, jetzt gibt es 47 Plätze. Eine Seniorengruppe und Pflegeeinrichtungen gewährleisten, dass die Bewohner bis zu ihrem Tod in ihrem angestammten Haus wohnen bleiben können.
Freizeit-Angebote sind u.a. musizieren mit Orff-Instrumenten, Trommelgruppe,
in Zusammenarbeit mit der VHS ein Tanzkurs, Chorsingen, Lesen und Schreiben;
Kochen (in Heiligenhaus), Schwimmen/Sport, Kino, Disco, Basteln, Bingo.

Neubau geplant.
Die neuen gesetzlichen Vorgaben verlangen, dass 80% der Bewohner in einem Einzelzimmer untergebracht werden können. Die Lebenshilfe hat das Ziel „100% Einzelzimmer“. Nach den Anforderungen des Wohn- und Teilhabegesetzes müssten sie bis Juni 2018 in Betrieb sein.

Für Velbert ist die Planung des Neubaus an der „Alte Ziegelei“ – etwa 500 m vom bestehenden Wohnheim - fertig und wird derzeit von den zuständigen Behörden geprüft. 14 Bewohner sollen dort ein neues Zuhause finden, zusätzlich sei ein separater Bereich mit neun Wohnungen für das Betreute Wohnen geplant. Die Investitionssumme sei mit 3,3 Mio. Euro veranschlagt, wovon der Landschaftsverband einen großen Teil refinanziert; den Rest müsse die Lebenshilfe aufbringen.

Nach Angaben der Wohnheim-Leitung werden es vor allem Senioren sein, die dort wohnen sollen. Die Senioren-Tagesgruppe besteht derzeit aus 15 Personen und wächst kontinuierlich.
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Sabine Hegemann aus Essen-Steele | 30.10.2016 | 21:24  
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