Marl macht in Füße - Stadt nimmt am Modellprojekt für "Stadtläufer" teil

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So weit die Füße tragen - und die Gehwege es zulassen. Marl testet und sucht nach Möglichkeiten für einen idealen Fußverkehr in der Stadt.

Den Titel "fahrradfreundliche Stadt" hat Marl zwar nach 21 Jahren verloren, aber vielleicht winkt demnächst dafür eine andere Auszeichnung: Die der fußgängerfreundlichen Gemeinde. Denn Marl nimmt an einem Modellprojekt teil, das Konzepte und Strategien für einen möglichst idealen Fußverkehr entwickeln soll.



Lediglich vier weitere Städte arbeiten bundesweit mit dem Fachverband Deutschland Fuss. e.V. zusammen, um ein System für die "Stadtläufer" zu finden. Denn wer per pedes unterwegs ist, produziert keine Abgase und keinen Lärm, benötigt nur ganz wenig Platz. Doch für die nachhaltige Förderung gibt es bisher kein Konzept.

Fußverkehr ist das Bindeglied zwischen allen anderen Verkehrsarten


„Der Fußverkehr ist das Bindeglied zwischen allen anderen Verkehrsarten der städtischen Mobilität und kann helfen, städtische Verkehrsprobleme zu lösen“, weiß Bernd Herzog-Schlagk, Fachbetreuer von FUSS e.V. aus Berlin. Der Fachverband habe sich deshalb „auf den Weg gemacht, notwendige Grundlagen und inhaltliche Ansätze für Fußverkehrsstrategien auf kommunaler Ebene zusammenzutragen und weiterzuentwickeln."

Das Projekt wird bis Ende März 2018 vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) in Berlin und vom Umweltbundesamt (UBA) in Dessau unterstützt.
Marl hatte sich im vergangene Jahr als Modellstadt für das Projekt beworben und wurde unter 35 Bewerbern ausgewählt. In diesem Jahr nun sollen in Marl Checks und Workshops mit Verwaltungen, Multiplikatoren und örtlichen Interessenvertretungen veranstaltet werden.

Sicherheit und Erreichbarkeit

Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen dabei auf der Fußverkehrssituation in der Stadtmitte und ihre Erreichbarkeit aus den umliegenden Stadtteilen sowie auf der Barrierefreiheit von Verkehrsanlagen, die im Zuge der demografischen Entwicklung mehr und mehr an Bedeutung gewinnt. Dabei soll es um die Sicherheit an Querungsanlagen gehen, aber auch um die Gestaltung des Umfeldes.

„Wir freuen uns, Modellstadt dieses wichtigen Projektes zu sein, und versprechen uns von der Mitarbeit wertvolle Impulse für die Förderung des Fußverkehrs bei der Umsetzung des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes“, sagt Bürgermeister Werner Arndt. Das Projekt kommt zeitlich sehr gelegen, weil bis Mitte 2018 ein Mobilitätskonzept für Marl erarbeitet werden soll.

Bereits im Dezember hatten sich bei einem Sondierungsgespräch der städtischen Verkehrsexperten Udo Lutz und Ingo Nölker vom Planung- und Umweltamt mit den Projektverantwortlichen erste punktuelle Verbesserungsvorschläge zur Infrastruktur ergeben. So wurden zum Beispiel der Fußgängerüberweg an der Sickingmühler Straße untersucht und erste Maßnahmen zur Erhöhung der Aufmerksamkeit von Rad- und Autofahrenden vorgeschlagen. Wer weiß, vielleicht wird Marl wirklich Fußgängervorzeigestadt. So weit die Füße tragen - und die Gehwege es zulassen.

Info

Interessierte Bürger können sich jederzeit auf der Website www.fussverkehrsstrategie>Modellstädte>Marl über den aktuellen Stand informieren und auch mit dem Projekt-Team in Kontakt treten.
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