Stadtspiegel-Kolumne von Seite 1: "Reporter ausgebremst"

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Dass "die gute alte Zeit" eigentlich gar nicht so gut war - sondern einfach nur "anders" -, das merkt man häufig erst dann, wenn sie plötzlich wieder da ist.

Ich erinnere mich zum Beispiel noch gut daran, wie wir Anfang der 90er Jahre, als ich gerade zum Stadtspiegel Menden/Fröndenberg gewechselt war, manchmal Fotos besorgen mussten. Im günstigsten Fall: anrufen und jemand kam in den nächsten Stunden mit dem Bild zur Redaktion. Wenn wir Pech hatten, dann war das erst ein paar Tage später der Postbote.
Der extremste Fall war ein Stadtfest, für dessen Ankündigung wir Fotos eines Künstlers benötigten. Wir kannten nur die Adresse; eine Telefonnummer war nicht aufzutreiben. Also: Brief geschrieben, zum Briefkasten gebracht ... und "schon" kam zwei oder drei Tage später per Post ein Umschlag mit dem Bild.
Zur Erinnerung: E-Mails, SMS, Facebook, Google oder digitale Speicherkarten gab's damals noch nicht.
Aus heutiger Sicht kann man diese (gute alte?) Zeit sowohl als "beschaulich", aber auch als "erschwerte Arbeitsbedingung" bezeichnen.
Spätestens seit dieser Woche neige ich zu letzterem. Denn als wir jetzt aufgrund einer technischen Umstellung eine Zeitlang keine E-Mails empfangen bzw. verschicken konnten, zeigte sich, wie sehr man doch von der Technik abhängt.

Denn ohne megaschnelle Bytes ist selbst der rasendste Reporter schnell ausgebremst.
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