Ein Herz für Menschen

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Pfleger mit Leib und Seele (v.l.n.r.): Christian Wagener, Kerstin Mantel, Isabele Wagenleitner, Mehmet Can Kabak und Karsten Hartdegen. (Foto: Heke Cervellera)

In wenigen Berufen besteht so viel Kontakt zu Mitmenschen wie in der Gesundheits- und Krankenpflege. Ein Beruf, für den die Auszubildenden vor allem eines brauchen: Herz.

Isabele Wagenleitner und Mehmet Can Kabak haben im vergangenen September mit der Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger an der katholischen Bildungsstätte St. Bernhard in Kamp-Lintfort angefangen. Kabak hat einen persönlichen Hintergrund, warum er sich für diesen Beruf entschieden hat: „Mein Papa sitzt seit 25 Jahren im Rollstuhl und deswegen habe ich schon immer viel Zeit mit ihm bei Ärzten und in Krankenhäusern verbracht und will ihn später auch gerne pflegen.“

Für den jungen Auszubildenden ist jetzt schon klar, dass dies die richtige Ausbildung für ihn ist und er mag vor allem den Kontakt mit Kollegen und Patienten: „Wer ein Herz für Menschen hat, dem kann ich den Beruf nur empfehlen.“
Wagenleitner hat erst ihr Abitur gemacht und im Anschluss daran mit der Ausbildung begonnen. Ihr gefällt vor allem auch die Arbeit mit den Patienten und die Sichtweise, die sich daraus entwickelt: „Durch die Arbeit mit den Menschen verändert man sich selbst. Das hätte ich am Anfang nicht gedacht, aber es ist so. Man sieht so viele Unfälle und Krankheitsgeschichten, dass man es selbst viel mehr zu schätzen weiß, wenn man gesund ist.“

Christian Wagener und Kerstin Mantel sind bereits einen Schritt weiter: Die beiden sind seit 2013, beziehungsweise 2010, fertig mit ihrer Ausbildung. Wagener fand vor allem die Vielfalt, die ihm in der Ausbildung geboten wurde, toll: „So makaber es klingt, am tollsten fand ich den praktischen Einsatz im Hospiz. Da hatte ich viel mehr Zeit für die Gäste (so werden die Patienten dort genannt). Das Zwischenmenschliche steht dort ganz klar im Vordergrund.“


Beruf muss Berufung sein


Zehn Jahre hat Wagener als Steuerfachangestellter gearbeitet, um dann mit 29 noch einmal eine neue Ausbildung anzufangen: „Wahrscheinlich hätte ich in meinem Alter im Beruf mehr verdient, aber man muss den Beruf auch als Berufung sehen. Es geht nicht nur ums Geld, sondern vor allem um die Menschen.“
Wagener und Mantel machen im Moment beide die Weiterbildung zum Praxisanleiter und haben damit ihre eigenen Schüler, die sie anleiten und anlernen: „Prinzipiell hat man nach der Ausbildung sehr vielfältige Möglichkeiten. Man kann zum Beispiel auch noch Stationsleitung oder stellvertretende Stationsleitung werden“, erklärt Mantel.

Dass die Möglichkeiten nach dem Abschluss der Ausbildung breitgefächert sind, betont auch Karsten Hartdegen, Lehrer für Pflegeberufe und Schulleiter der katholischen Bildungsstätte für Gesundheits- und Krankenpflege: „Im Prinzip kann man nach dem Abschluss überall arbeiten. Das ist auch der größte Pluspunkt für die Ausbildung: Egal ob als Rehapfleger auf Sylt oder an einem städtischen Krankenhaus in München.“

Die Chancen, einen Arbeitsplatz zu bekommen, sind zudem nach der Ausbildung relativ hoch: „Der Pflegebedarf ist immens und wird auch extrem weiter steigen“, bestätigt Hartdegen. „Im Prinzip müsste quasi jeder dritte Schulabgänger im Pflegebereich arbeiten, um den Bedarf zu decken.“ Mit diesen Zahlen im Hinterkopf ist es auch nicht verwunderlich, dass viele der Examensschüler, die im August ihr Examen machen, bereits jetzt schon Zusagen haben. Insgesamt werden in Kamp-Lintfort 150 Ausbildungsplätze verteilt auf drei Ausbildungsjahrgänge angeboten. Die katholische Bildungsstätte für Gesundheits- und Krankenpflege bildet nicht nur für das St. Bernhard Krankenhaus aus, sondern arbeitet auch mit dem St. Josef Hospital in Xanten, dem St. Clemens Hospital in Geldern, dem St. Josef Krankenhaus in Moers und dem St. Elisabeth Hospital in Meerbusch zusammen.
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