„Ohne Hüsch wäre ich nicht mehr auf der Bühne“

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Foto zur aktuellen Tour: Nur Nuhr. (Foto: Jutta Hasshoff-Nuhr)

Bereits traditionell tritt Dieter Nuhr jährlich im ENNI Sportpark Rheinkamp auf. Bevor es am 6. Mai wieder so weit ist, traf das Wochen-Magazin ihn zu einem Fünf-Fragen-Interview.

Wochen-Magazin: Wie sind Sie Comedian geworden? Was wollten Sie als kleiner Junge denn mal werden? Oder lag Ihnen die Komik von klein auf?

Dieter Nuhr: Ich bin Beamtenkind. Ich wusste gar nicht, dass ein Beruf witzig sein kann. Was ich als kleiner Junge werden wollte, weiß ich ehrlich gesagt nicht mehr. Ich habe dann Lehramt studiert, bin aber nebenher aufgetreten, erst zu viert, dann zu zweit und am Ende allein. Ich bin quasi übriggeblieben. Irgendwann haben mir die Leute Geld gegeben für das, was ich aus Spaß gemacht habe. Ich musste also feststellen, dass ich plötzlich einen Beruf hatte. Das war keine bewusste Entscheidung, eher so eine Art Unfall, im Nachhinein sehr erfreulich.

Sie kommen vom Niederrhein. Verbindet Sie auch heute noch etwas mit Ihrer Heimat?

Ich wäre wahrscheinlich ohne Hanns Dieter Hübsch gar nicht mehr auf der Bühne. Ich bin damals ein paar Mal mit ihm aufgetreten, danach war der Niederrhein der erste Landesteil, wo ich ein großes Publikum hatte. Hüsch hatte ja festgestellt, dass der Niederrheiner nichts weiß, aber alles erklären kann. Das beschreibt meinen Beruf schon ziemlich exakt. Mein Tennisverein liegt heute noch am Niederrhein. Bovert. In der Nähe von Osterath. Bei Öd. Zwischen Ilverich und Schiefbahn. Also inmitten der ganzen niederrheinischen Metropolen.

Wie kam es zu Ihrem ersten Auftritt in Moers? Vermutlich kannten Sie Moers bereits vorher, oder?

Natürlich hatte ich wie jeder weitgereiste Mitteleuropäer schon von Moers gehört. Aber als ich zum ersten Mal hinkam, war ich trotzdem begeistert von der Skyline. Es war kurz nach dem Krieg, als ich das erste Mal dort auftrat. Ich sollte die Gala anlässlich Hüschs 70. Geburtstag moderieren. Der Höhepunkt war, dass ich seinen gefühlt 110jährigen Lateinlehrer höflich von der Bühne bugsieren musste, nachdem er das Publikum mit einem halbstündigen Beitrag anästhesiert hatte. Das war mein Durchbruch.

Mittlerweile sind Sie ja bereits Traditionsgast in Moers. Gab es besondere Erlebnisse? Freuen Sie sich regelmäßig wiederzukommen?

Natürlich freue ich mich. Dieses süße Gefühl setzt immer bereits ein, wenn mich der Fährmann in Meerbusch von der Rheinfähre entlässt. Dann weiß ich, ich bin wieder zu Hause. Besondere Erlebnisse gab es allerdings ansonsten eher wenige. Ich komme ja immer recht kurzfristig und fahre nach dem Auftritt wieder. Die niederrheinerschütternde After-Show-Party, von der man sich noch in Kleve erzählt, ist deshalb bisher ausgeblieben.

Ihr aktuelles Bühnenprogramm hat den Namen "Nur Nuhr". Was erwartet die Zuschauer? Ein tiefer Einblick in die Denkweise von Dieter Nuhr?

Der Programmtitel gibt eigentlich schon ziemlich genau wieder, was es zu erleben gibt. Keine Tänzerinnen, kein Feuerwerk, nicht einmal Sex auf der Bühne. Ich bin eigentlich das einzige, was zu sehen ist. Deshalb erzähle ich viel. Es wird während des Programms durchaus Relevantes zum Besten gegeben, dennoch wird viel gelacht. Wer dazu neigt, sich beim Lachen in die Hose zu machen, sollte sich auf das Inhaltliche konzentrieren. Als Zuschauer kann man dezent mitlachen, sich auf die Schenkel klopfen, aber durchaus auch was lernen, aber nur, wenn man will. Das Programm strebt die ganzheitliche Heilung der typischen einheimischen Depression an. Und es funktioniert. Die Leute gehen glücklich nach Hause. Was will man mehr?

Verlosung:
- Das Wochen-Magazin verlost exklusiv 3 x 2 Eintrittskarten für die Live-Show von Dieter Nuhr am 6. Mai im ENNI Sportpark Rheinkamp. Wenn Sie gewinnen möchten, senden Sie bis zum Freitag, 5. Mai um 10 Uhr eine E-Mail mit dem Namen des aktuellen Bühnenprogramms von Dieter Nuhr an folgende E-Mailadresse: redaktion@wochenmagazin-moers.de. Wir wünschen Ihnen viel Glück!
- Für alle, die kein Glück bei unserem Gewinnspiel haben, besteht die Möglichkeit Tickets noch im regulären Verkauf an den AD-Ticket- (Stadtinformation, Kirchstraße) und eventim-Verkaufsstellen (WAZ/NRZ Medienhaus, Homberger Straße) oder beim Bollwerk 107. Zusätzlich wird es auch noch Karten an der Abendkasse geben.
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