"Club der roten Bänder" - Dreh geht in die Zielgrade

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Der Club der roten Bänder (v.l.): Leo (Tim Oliver Schultz), Jonas (Damian Hardung), Emma (Luise Befort), Hugo (Nick Julius Schluck), Alex (Timur Bartels) und Toni (Ivo Kortlang). Fotos: de Clerque
 
Premiere nicht nur für die Presse, sondern auch für die Schauspieler: Sie haben den Trailer zur Serie auch zum ersten Mal gesehen.
Monheim: Bürokomplex | Noch bis 6. Oktober laufen die Dreharbeiten für die Vox-Serie „Club der roten Bänder“ im Bürokomplex an der Mittelstraße (wir berichteten). Am Montag gab es für die Presse einen ersten Eindruck vom Drehort und den Trailer der neuen Serie.

Wenn man das ehemalige Schwarz-Pharma-Gebäude an der Mittelstraße betritt, sieht man beim Gang nach oben zunächst nur leere Großraumbüros. Erst in der zweiten Etage gelangt man in eine völlig andere Welt. Dort ist auf 885 Quadratmetern eine komplette Krankenstation aufgebaut.

Aufzüge, OP, Schwestern- und Patientenzimmer, Aufenthaltraum und Wartebereiche – bis ins kleinste Detail findet sich dort alles wieder. Selbst Handhygiene und Hautschutzplan fehlen nicht. Die Illusion ist so perfekt, dass man unwillkürlich den typischen Krankenhausgeruch in der Nase hat. Auf dem Dach gibt es außerdem noch einen Basketballplatz und ein Fitnessstudio.

Seit Juni wird an der Mittelstraße für die erste eigenproduzierte Serie von Vox gedreht – insgesamt 49 Drehtage. „Wir sind fast auf der Zielgerade“, sagt Vox-Geschäftsführer Bernd Reichart. Zurzeit wird noch an den Folgen acht bis zehn gearbeitet. Gedreht wird überwiegend in dem Monheimer Bürokomplex. Weitere Orte sind das Evangelische Krankenhaus in Köln-Kalk, der Strand in Köln-Rodenkirchen und das Müngersdorfer Schwimmbad.

Im Mittelpunkt der Serie stehen sechs Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren, die unter verschiedenen Krankenheiten – von Krebs bis Magersucht – leiden. Sie schließen sich zusammen im „Club der roten Bänder“. Als Team erleben sie im Krankenhaus nicht nur viele Abenteuer sondern auch wahre Freundschaft und sehr viel Lebensfreude.

Die Serie basiert auf den wahren Erlebnissen von Albert Espinosa. Im Kampf gegen den Krebs hat er über zehn Jahre im Krankenhaus verbracht. Die Erinnerungen an diese Zeit hat er in seinem autobiografischen Roman „El mundo amarillo“ festgehalten. 2011 wurde die Geschichte für das spanische Fernsehen verfilmt.

„Es ist eine wunderbare Geschichte, die sehr universell ist. Wir wollten allerdings nicht einfach die spanische Serie synchronisieren, sondern sie mit einer deutschen Besetzung hier verorten“, so Reichart. Das Besondere daran: Im Gegensatz zu anderen Krankenhaus-Serien werden die Geschehnisse aus der Sicht der Patienten erzählt und nicht der Alltag der Ärzte.

Alle Schauspieler waren schon in zahlreichen Filmen und Serien zu sehen. Für diese Rollen mussten sie sich jedoch ganz besonders vorbereiten. Alle haben viel über „ihre“ Krankheiten gelesen und sich mit Patienten überhalten. „Die Jugendlichen werden durch ihre Krankheit aus dem Leben gerissen. Während das normale Leben draußen weiter geht, entsteht im Krankenhaus eine Parallelwelt. Das ist in der Serie sehr schön eingefangen. Für mich war es sehr bewegend, diese Rolle zu spielen“, sagt Damian Hardung, der den Jonas verkörpert.

Die größte Herausforderung war für ihn und Tim Oliver Schultz jedoch, sich tatsächlich eine Glatze schneiden zu lassen. „Ich habe erst gedacht, das wäre nicht so ein großes Ding. Doch als es soweit war, war da eine natürliche Hürde und ich konnte mir die Haare nicht so einfach abrasieren“, sagt Tim Oliver Schultz, der den krebskranken Leo spielt. „Es gab auch einige krasse Reaktionen in der Schule“, sagt Damian Hardung, der nächste Jahr sein Abitur macht.

Da den beiden in der Serie auch ein Unterschenkel fehlt, mussten sie die meiste Zeit auf einem Bein sitzen. „Das tut mit der Zeit ziemlich weh“, erzählt der Leo-Darsteller. „Ich mache jeden Morgen Yoga, dehne mich regelmäßig und bekomme Massagen zur Vorbeugung.“

Die heißen Sommertage machten Luise Befort zu schaffen: „Da Magersüchtige immer frieren, musste ich mehrere Schichten Kleidung übereinander anziehen. Bei fast 40 Grad kommt man da ganz schön ins Schwitzen.“

Das fiktive Albertus-Klinikum soll zwar in Köln stehen. Tatsächlich ist aber Monheim im Hintergrund zu sehen. Wenn die jungen Patienten zum Beispiel auf dem Dach des Gebäudes Basketball spielen, dann sieht man im Hintergrund das Hochhaus an der Neustraße. Je nach Kameraeinstellung sieht man als Kulisse auch mal die Häuser an der Mittelstraße, am Frohnkamp oder am Lindenplatz.
Die Monheimer dürfen also nicht nur auf die Serie gespannt sein, sondern auch darauf, wie viel sie von ihrer Heimatstadt tatsächlich darin wiederfinden.

Infos:
Zurzeit wird in Monheim die erste Staffel von „Club der roten Bänder“ gedreht. Die Erstausstrahlung ist ab 9. November bei Vox. Die erste Staffel hat zehn Folge à eine Stunde. Die Uraufführung ist bereits am 14. Oktober beim Internationalen Filmfestival Mannheim-Heidelberg.
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1 Kommentar
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Christiane Bienemann aus Kleve | 16.11.2015 | 02:45  
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