Polizei und Feuerwehr: Jahresrückblick 2016 (Teil II)

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Mit hydraulischem Gerät muss die Monheimer Feuerwehr Anfang Mai einen schwerverletzten 58-jährigen Mann aus Leverkusen aus seinem Auto befreien. (Foto: Feuerwehr)
 
Bei der ersten Infoveranstaltung zum geplanten Moschee-Bau ist die Polizei Ende Juni mit einem starken Aufgebot präsent. (Foto: Michael de Clerque)

Polizei und Feuerwehr hatten 2016 wieder zahlreiche Einsätze in Monheim und Baumberg. Mit dankenswerter Unterstützung von Stadtarchivar Michael Hohmeier blicken wir hier auf das zweite Quartal zurück.

April

4. April: Bei einem Verkehrsunfall an der Kreuzung Berghausener / Wiener Neustädter Straße prallt der Fahrer eines Motorrollers gegen einen Linienbus der Bahnen der Stadt Monheim und wird schwer verletzt. Gegen 6.50 Uhr kommt der 34-jährige Rollerfahrer auf der bevorrechtigten Berghausener Straße aus Richtung Baumberg und überholt laut Zeugen kurz vor der Kreuzung mehrere Fahrzeuge. Nach später gegenüber der Polizei gemachten Angaben fuhr der Verunglückte statt der erlaubten fünfzig etwa siebzig Stundenkilometer. Der 51-jährige Fahrer des Linienbusses, der von der Baumberger Straße aus die Berghausener Straße überqueren wollte, bemerkt den Rollerfahrer erst, als es bereits zu spät ist. Die Unfallstelle ist bis gegen 8.30 Uhr komplett gesperrt, wodurch es im morgendlichen Berufsverkehr zu langen Staus und Verspätungen kommt.

5. April: in Trickdieb überlistet eine 94-jährige Frau in ihrer Wohnung in der Siedlung Auf dem Kamp. Unter dem Vorwand, sich um ein defektes Küchengerät kümmern zu wollen, erhält der freundlich wirkende Mann Einlass. Während er die Rentnerin ablenkt, verschaffen sich Komplizen Zutritt zu den Räumen. Als der Unbekannte mit dem angeblich defekten Haushaltsgerät weggeht, ist aus dem Schlafzimmer Schmuck im Wert von mehreren tausend Euro verschwunden.

10. April: Gegen 3 Uhr werden Feuerwehr und Polizei zu einem brennenden Mülleimer an der Bushaltestelle Kulturzentrum am Berliner Ring gerufen. Kurz darauf stellen die Einsatzkräfte fest, dass am Lankwitzer Weg eine Wertstofftonne in Flammen steht. Die Feuerwehr löscht beide Brände. Nach den Ermittlungen der Polizei handelt es sich wieder einmal um Brandstiftung.

14. April: Nach dem Einleiten von Gas sprengen unbekannte Täter einen Geldautomaten im Vorraum der Baumberger Filiale der Stadtsparkasse Düsseldorf. Der Automat wird bei der Explosion völlig zerstört, der Kundenraum erheblich beschädigt. Mehrere Zeugen hören gegen 2.50 Uhr einen lauten Knall und bemerken drei maskierte, schwarz gekleidete Personen, die mit einem schwarzen, hochmotorisierten Audi zur Autobahn 59 in Fahrtrichtung Köln flüchten. Derartige Überfälle werden seit Monaten in der Region verübt. Im Stadtgebiet und für die Stadtsparkasse Düsseldorf insgesamt ist es der erste Fall.

26. April: Die Serie von Brandstiftungen im Berliner Viertel mit Schwerpunkt an der Schöneberger Straße und ihrem Umfeld geht weiter. Von dort wird der Feuerwehr nach 21 Uhr ein Wohnungsbrand gemeldet. Bei Eintreffen des ersten Löschzugs stehen zwei Wohnungen im Erdgeschoss sowie Einbauten im Vorgarten im Vollbrand, die Flammen greifen auf die darüber liegenden Geschosse über. Die Feuerwehr geht mit fünfzig Einsatzkräften gegen die Flammen vor. Treppen und Wohnungen, teils gewaltsam geöffnet, werden auf Personen abgesucht. Alle Bewohner können sich selbstständig ins Freie retten, drei werden durch Rauchgase verletzt. Ein Hund wird von einem Feuerwehrmann wiederbelebt, ein weiterer Hund verendet an der Einsatzstelle.
In den Häusern Schöneberger Straße 3 und 5 werden insgesamt fünf Wohnungen zerstört, weitere vier tragen starke Rauchschäden davon. Der Sachschaden beträgt mindestens dreihunderttausend Euro. Die Bewohner werden von der Stadt zunächst im nahegelegenen Achat-Hotel untergebracht. Nach den Ermittlungen der Polizei wurde das Feuer an einer Gartenhütte direkt vor den Wohngebäuden vorsätzlich gelegt.

Mai

6. Mai: Mit hydraulischem Gerät muss die Feuerwehr einen schwerverletzten 58-jährigen Mann aus Leverkusen aus seinem Auto befreien, mit dem er gegen 15.20 Uhr an der Bleer Straße / Einmündung Berliner Ring frontal gegen einen Laternenmast prallte. Wie die Polizei mitteilt, stand das Unfallopfer erheblich unter Alkoholeinwirkung, ein Atemtest ergab einen Wert von 2,02 Promille. Zudem sei der Mann nicht angeschnallt gewesen. Der Sachschaden beträgt etwa elftausend Euro.

14. Mai: Vier Männer im Alter von 17 bis 34 Jahren aus Prien am Chiemsee, Teilnehmer an den 9. Handballtagen der SG Monheim, werden kurz nach 2.40 Uhr an der Bushaltestelle Kulturzentrum von Schlägern angegriffen. Als zwei der Sportler eine größere Gruppe von Personen ansprechen, um nach dem Weg zur Gaststätte Spielmann zu fragen, erhalten sie unvermittelt von vier Männern Schläge ins Gesicht. Auch die beiden Begleiter der Angegriffenen werden attackiert. Danach verschwinden die Schläger unerkannt.

16. Mai: Ein 19-jähriger Jugendlicher, der sich gegen 2.30 Uhr nach einer Party im Sojus 7 den Heimweg antreten will, wird am Ausgang von drei Männern angesprochen. Sie fordern die Herausgabe von Zigaretten und seiner Jacke. Als der Jugendliche angibt, keine Zigaretten zu besitzen, prügeln die Unbekannten auf ihn ein und schleppen ihn zum Rheindeich. Dort durchsuchen die Täter ihr Opfer und entwenden ihm Bargeld, Armbanduhr, Handy und Turnschuhe. Die Täter verschwinden unerkannt.

17. Mai: Zu einem Fahrzeugbrand an der Deichstraße werden Feuerwehr und Polizei kurz nach 14 Uhr gerufen. Ein VW-Transporter brennt in voller Ausdehnung, die Flammen greifen bereits auf eine Grundstücksumfriedung mit Mauer und Hecke über. Zwar hat die Feuerwehr den Brand schnell unter Kontrolle, doch wird der Transporter samt Ladung total beschädigt. Weitere Schäden entstehen an der Umfriedung, einer Laterne, einem Verkehrsschild und an der Fahrbahndecke. Der Gesamtsachschaden beträgt mindestens 40.000 Euro. Als Brandursache ermittelt die Polizei einen technischen Defekt an einem Kompressor auf der Ladefläche des Transporters, der für Arbeiten an Glasfaserleitungen in Betrieb war.

Juni

24. Juni: Beim Schwimmen in der Wasserski-Anlage in Langenfeld-Berghausen verunglückt gegen 18 Uhr ein 13-jähriger Junge aus Monheim, als er versucht, so die Ermittlungen der Polizei, mit seinem 15-jährigen Bruder einen nicht zum Schwimmen freigegebenen Teil des Sees zu durchqueren. Beide versinken im Wasser. Der 15-jährige wird von einem etwa gleichaltrigen Austauschschüler aus Mexiko herausgezogen. Den jüngeren Bruder, den er nicht mehr zu fassen bekommt, holen schließlich Rettungskräfte aus einer Tiefe von siebeneinhalb Meter. Zwar gelingt die Wiederbelebung des Jungen, doch stirbt er am Folgetag im Universitätsklinikum Düsseldorf.
An den Rettungsmaßnahmen sind neben der Polizei die Feuerwehren Langenfeld und Monheim am Rhein, Tauchergruppen der Feuerwehren Hilden und Düsseldorf, ein Hubschrauber und Kräfte der Monheimer DLRG beteiligt.
Der Tod des Jungen, der mit seiner aus Nigeria stammenden Familie seit rund einem Jahr in Monheim am Rhein lebte, die Internationale Klasse der Peter-Ustinov-Gesamtschule besuchte und, wie auch sein Bruder und der Austauschschüler aus Mexiko, beim 1. FC Monheim Fußball spielte, löst große Anteilnahme aus.

26. Juni: Auf einen Kiosk an der Krischerstraße wird gegen 8.50 Uhr ein Überfall verübt. Eine 38-jährige Angestellte befindet sich allein im Verkaufsraum, als ein maskierter Mann hereinkommt und zur Kasse hinter der Ladentheke läuft. Dort hält er der Frau ein Küchenmesser vor und zwingt sie, sich auf den Boden zu legen. Dann öffnet er die Kasse, greift nach den enthaltenen Geldscheinen und flieht. Ein gerade eintretender Kunde sieht noch, wie der Täter mit einem Fahrrad über die Kirchstraße davonfährt.

30. Juni: Zur beabsichtigten Überlassung von Grundstücken für den Bau zweier islamischer Gemeindezentren findet in der vollbesetzten Aula am Berliner Ring eine Informationsveranstaltung der Stadt statt. Da sowohl rechtsextremistische Parteien als auch antifaschistische Gruppen ihr Erscheinen angekündigt hatten, ist die Polizei mit einem starken Aufgebot präsent, zudem hat die Stadt einen privaten Sicherheitsdienst engagiert. Nach Angaben der Polizei kommt es vor der Aula zu Beleidigungen, zwei Eierwürfen und einem folgenlosen Steinwurf. Der 15-jährige Steinwerfer wird seinen Erziehungsberechtigten übergeben. Ein dreißigjähriger alkoholisierter Mann, der Polizisten und Besucher anpöbelt, wird bis zum Ende der Veranstaltung in Gewahrsam genommen. Die Beamten schreiben insgesamt sechs Strafanzeigen.
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