Ein Hammer-Kerl

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Werner Schmidt mit seinem zehn Kilogramm schwerem Hammer "Mottek". (Foto: PR-Foto Köhring/TR)
 
Mit neuen Kunststücken möchte Werner Schmidt sein Repertoire erweitern. Hier saugt er zum Beispiel einen Ball an. (Foto: PR-Foto Köhring/TR)

68 Jahre alt, gelernter KFZ-Meister im Ruhestand und seit drei Jahren Hammer-Schwinger für einen guten Zweck. So könnte man den Mülheimer Werner Schmidt alias "Hammer-Werner" in Kurzform beschreiben.

Von Fabian Kloster

Seit 1974 betreibt der ehemalige Gebrauchtwagen-Verkäufer an der Saarner Straße eine KFZ-Werkstatt. Nachdem Werner Schmidt in den Ruhestand gegangen ist, konnte er allerdings nicht einfach nur rumsitzen. "Da bin ich absolut nicht der Typ für. Ich brauch ein Ziel, etwas, womit ich mich beschäftigen kann". Aufgewachsen ist er auf einem Bauernhof. Von daher sei er das Malochen gewohnt.

Eines Tages hat er einen Fernsehbeitrag über krebskranke Kinder gesehen. "Ich war fasziniert von den Kindern. Die waren so tough, die haben gelacht wenn die Leute da irgendwelche Männekes für sie gemacht haben", erinnert sich Werner Schmidt. "Ich wollte dann auch etwas tun und sie zum Lachen bringen". Überlegen musste er gar nicht lange was er machen könnte. "Ich hab bei mir in der Werkstatt einen fünf-Kilo-Hammer rumstehen, mit dem ich dann angefangen hab zu trainieren".

Jeden Tag hat er den Hammer gestemmt und akribisch Buch geführt über die Fortschritte. Zwischenzeitlich hat er der Hammer in 15 Minuten an die 300 mal gestemmt. Sein Handgelenk war schon gut trainiert. "Ich trainiere seit 30 Jahren immer mit kleinen Fingerhanteln. Das hat sich bezahlt gemacht." Motiviert hat ihn dabei der zehn-Kilo-Hammer, den er von einem guten Bekannten geschenkt bekommen hat. "Den wollte ich unbedingt stemmen".

Vor drei Jahren hat er mit dem Training angefangen. Heute stemmt er zehn-Kilo-Hanteln mit Leichtigkeit 2.000 mal und auch der "Mottek" ist kein Problem mehr. "In etlichen Versuchen habe ich wochenlang trainiert, den Hammer langsam in Richtung meiner Nase zu führen" erinnert sich Werner Schmidt. Als er es dann zum ersten Mal geschafft hat, wollte er das Kunststück unbedingt auf einem Foto festhalten. "Wenn Kunden in seiner Werkstatt vorbei kommen und das Foto sehen, glauben viele das Foto sei nicht echt. Dann zeig ich denen das kurz und dann sind die Augen groß".

Mit dem Kunststück versucht Werner Schmidt für die ehrenamtliche Organisation "Wünschdirwas" Spenden für Kinder zu sammeln. Sein Ziel sind dabei 20.000 Euro. Seit Mitte September sammelt er in seiner Spardose, die aussieht wie ein Plastikauto, und hat schon ein Viertel davon zusammen. Am Anfang sei er zu Befreundeten in die Betriebe gefahren und habe gesammelt, heute kämen die Leute zu ihm. Und eines hat er in der Zeit schon gelernt: "Die Leute die wenig haben, geben viel mehr".

Doch Werner Schmidt möchte gerne noch mehr machen. Als nächstes möchte er zum Beispiel auch Kinder in Krankenhäusern ein Lächeln auf das Gesicht zaubern. "Oder wenn jemand irgendein Fest veranstaltet, sei es ein Strassenfest, eine Feier auf dem Campingplatz oder was auch immer, kann sich derjenige bei mir melden." Entweder per Mail an hammerwerner@gmx.de oder unter Tel. 0174-789 44 41. Die Spenden seien dabei allerdings auf freiwilliger Basis.

Nach den 20.000 Euro ist aber noch nicht Schluss. Dann kommt das nächste Ziel. "Solange ich die Keule schwingen kann mach ich weiter".
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