Große Resonanz auf das Facebook-Projekt „Warm durch die Nacht“

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Sammeln für Bedürftige (v.l.): Oliver Rudolph (DRK), Petra Wefers, Valentine Kräcker, Sabrina Bekeschus, Nadine Naues und Nadia Allali. Foto: RuhrText
Von RuhrText

Soziale Netzwerke stehen nicht selten in der Kritik. Es gibt aber viele Beispiele, dass sie auch positive Auswirkungen haben können. In Mülheim hat die Facebook-Gruppe „Helfer mit Herz“ das Projekt „Warm durch die Nacht“ ins Leben gerufen und dabei in der Facebook-Gruppe „EhrenaMHt“ einen passenden Partner gefunden. Gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz setzen sie sich für die Obdachlosenhilfe ein.

Nadia Allali, Leiterin des Projektes „Warm durch die Nacht“ in der Gruppe „Helfer mit Herz“, findet den Begriff „Obdachlosenhilfe“ in Mülheim unangebracht. Sie sagt: „Als wir unsere ehrenamtliche Arbeit für dieses Projekt aufgenommen haben, stellten wir fest, dass es in unserer Stadt keine Obdachlosen im eigentlichen Sinne, sondern stattdessen Menschen, die keinen festen Wohnsitz haben, gibt. Die Stadt Mülheim sorgt dafür, dass niemand nachts auf der Straße schlafen muss.“ So sehen sich Nadia Allali und Sabrina Bekeschus, Gründerin der Facebook-Gruppe „EhrenaMHt“ zusammen mit Helferinnen wie Nadine Naues, Bärbel Hilz, Valentine Kräcker und Petra Wefers eher als Ergänzung, um den Menschen ohne festen Wohnsitz zusätzlich behilflich zu sein. Dabei ist die Zusammenarbeit mit der Stadt bislang völlig reibungslos verlaufen.

Die Resonanz auf das Projekt war überwältigend. „Wir haben fast 150 Säcke gefüllt mit Kleidungsstücken, Decken, Schlafsäcken, Tiernahrung oder Süßes gesammelt. Jetzt haben wir erst einmal einen Annahme-Stopp ausgerufen, weil wir längst noch nicht alles verteilt haben“, sagt Nadia Allali.

Hilfe von der Tankstelle Kraft

Dankbar sind die Ehrenamtlerinnen, dass sich Anja Kraft von der Freien Tankstelle Kraft an der Aktienstraße 168a gemeldet und Räumlichkeiten für die Lagerung der Sachspenden angeboten hat. Hier wird der Transportwagen des Deutschen Roten Kreuzes jeden Donnerstag beladen. Die Verteilaktion inklusive einer warmen Suppe sowie Tee und Kaffee für die Bedürftigen läuft dann zwischen 19 und 21 Uhr auf dem Parkplatz des Jobcenters an der Eppinghofer Straße 50. „Wir wollen den Menschen das Gefühl geben, für sie da zu sein. Das wird auch dankbar angenommen“, sagt Nadia Allali. Sabrina Bekeschus ergänzt: „Wenn wir vom Parkplatz an der Eppinghofer Straße fahren und noch etwas im Transporter haben, steuern wir auch noch die „Notfallstelle“ an der Kanalstraße an.“

Aufgrund der steigenden Temperaturen wird der Projektname „Warm durch die Nacht“ bald nicht mehr passend sein. Dennoch wollen die Organisatorinnen das Projekt so lange wie möglich — dann eventuell unter einem anderen Namen — fortführen. Die Facebook-Postings in den Gruppen haben eine Lawine ins Rollen gebracht. Diese große Aufmerksamkeit wollen Nadia Allali und Sabrina Bekeschus nutzen, um Bedürftigen in Mülheim auch in Zukunft weiter zu helfen.
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