Kaufhof-Bereich soll gemischt genutzt werden

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Eines ist nach der ersten Bürgerbefragung, was die Zukunft des Kaufhof angeht, klar: Ein neues Vollkaufhaus wird es an der Schollenstraße nicht mehr geben. Dafür gibt es keinen Bedarf. (Foto: PR-Foto Köhring/SH)

Von Claudia Leyendecker

Die Bürgerbefragung am Mittwoch, 6. Mai, war für die etwa 50 Teilnehmer, die klare Aussagen zur Zukunft des Kaufhofs erwartet hatten, eher enttäuschend. Die Stimmen des Eigentümers und des Investors fehlten.
So gestaltete sich die öffentliche Befragung eher wie eine weitere Informationsveranstaltung anstatt eines ersten Schritts in einem langwierigen Verfahren.

„Es geht heute nur um den baurechtlichen Rahmen, nicht um das Projekt selbst.“ Jürgen Liebich vom Planungsamt der Stadt stellte das Gesamtverfahren vor, das bis zum Satzungsbeschluss wohl erst 2016 verabschiedet werden wird. Erklärtes Ziel von Stadt und Projektentwickler AIP ist es, die Innenstadt wieder nach vorne zu bringen. Die Wirtschaftlichkeit der Nutzung sollte nicht allein im Vordergrund stehen. Hoffentlich sieht das ein möglicher Investor auch so, denn die Mischung Wohnen und Handel/Gastronomie bleibt letztendlich ihm überlassen.

Vollkaufhaus ist vom Tisch

Was den Mülheimern zum Thema Kaufhof-Umbau vorschwebt, folgte im zweiten Teil der Veranstaltung: Ein Hostell, eine Art Jugendherberge, eine Seniorenresidenz, bezahlbare Wohneinheiten auch für Wohngruppen, aber bitte kein hochpreisiges Hotel konnten sich die anwesenden Mülheimer gut vorstellen. Eines wurde nach Mittwochabend klar: Die Idee eines Vollkaufhauses ist vom Tisch, ist nicht mehr zeitgemäß. Heute wird über „gemischt genutzte Quartiere“ geredet - etwa ein Einzelhandel im Erdgeschoss und Wohnkonzepte im Obergeschoss.

Wohnen im Erdgeschoss nicht erlaubt

Wohnen im Erdgeschoss ist nicht erlaubt, ansonsten schafft der neue Bebauungsplan aber Spielraum, wenn es um Gebäudeerweiterung - auch nach oben - geht. Weitere Geschosse sind geplant, eventuell kann der Komplex auch zum Hafen hin erweitert werden. Das jetzige Bauleitverfahren ist unabhängig von einem möglichen Investor zu sehen. Es wird „groß“ geplant, denn eine Verkleinerung würde die Rücknahme von Baurecht erfordern, so Jürgen Liebich.

Gutachten folgen

Nachgedacht wurde auch über die Möglichkeit von Arkaden, über mehr Grün, eventuell eine Passage, zumindest aber über einen offenen Komplex, eben kein Betonklotz wie in der Nachbarschaft. Der öffentlichen Befragung werden jetzt verschiedene Gutachten folgen. Es muss auch geprüft werden, ob der Verkehr durch veränderte Nutzung und Erweiterung weiter - wie bisher - geführt werden kann. Auf dieser Grundlage wird ein Planungsentwurf erarbeitet, der öffentlich ausgelegt wird. Dann können sich Mülheimer Bürger wiederum einbringen.
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