Der Bopp von Broich- Gedicht

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Mülheim an der Ruhr: Historisches Museum im Schloß Broich |

Der Bopp von Broich und die Folgen.

Als Wilhelm Wirich war gestorben
haben das Schloss Broich erworben
die Dachsburg- Leiningens als Epigonen;
doch sie mochten hier nicht wohnen.
Sie blieben lieber in der Pfalz,
bei Pfälzer Wein und Griebenschmalz.

Als schließlich zu des alten Fritzen Zeit
sich machten hier Franzosen breit,
schickten Grafens Amtmann Bopp
nach Broich für den Verwalterjob..
Der sollt` für sie das Szepter schwingen
und den Mölm`schen Mores bringen.

Das hat der dann bei Tag und Nacht
nach besten Kräften auch gemacht :
Er hat die Anbefohlenen betrogen,
sie bis auf` s Hemde ausgezogen,
hat sie zur Fronarbeit gezwungen,
und auf Spanndienste gedrungen.

Er verriet sogar den welschen Feinden,
was seine Leute planten, meinten,
so dass die Mölm` schen einig waren,
der Bopp mög’ doch zur Hölle fahren.
Das hat der Bopp in seinem Wahn
nach sieben Jahren dann getan.

Ob alles was da ward berichtet,
wahr ist, oder nur erdichtet,
weiß kein Lebender zu sagen,
fest steht jedoch, ganz ohne Fragen:
Es begegnet Möllm seit jener Zeit
mit Misstrauen der Obrigkeit.
hh
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Nach der Erzählung des Mitbegründers des
Geschichtsvereins Mülheim an der Ruhr e.V., gegr. 1906
Karl Broermann (1878- 1947):
„ Der Bopp von Broich“ in „ Zwischen Ruhr und Lippe“ (1926)
in Verse gefasst von Heinz Hartling ( 2012 )


Anmerkung: „Mölm“ = mundartlich „Mülheim“
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