Rezension Ryan Gattis: In den Straßen die Wut

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Zuerst einmal eine Entschuldigung, das die Rezension zu spät kommt. Aber es kam etwas Privates dazwischen und es waren fast 600 Seiten zu lesen.



Als ich jedoch angefangen hatte, stellte es sich als eines jener seltenen Bücher herraus, das man nicht mehr aus der Hand legen mag.
Gattis schafft es spielend, den Leser in die Psyche der Personen tauchen zu lassen.
Die Schläge, die Angst, alle körperlichen Erfahrungen und Emotionen spürt man, als sei man selber die Person, die die Geschehnisse jeweils aus ihrer Sicht schildert.


Wenn ein Buch den Namen Thriller verdient, dann dieses.


Die Sprache ist jeweils auf die Person zugeschnitten, aus deren Sicht grade erzählt wird. Das Buch verdeutlicht auf erschreckende und oft grausame Weise, den Alltag in L.A.s Ghettos. So deutlich kann es kein Film jemals zeigen. Darum hoffe ich, im Interesse dieses Buches, das es nie verfilmt wird. Ich halte es für unverfilmbar.

Man schwankt beim Lesen zwischen dem Horror der Gewalt, dem Nachempfinden der Leere, die die Seelen der Beteiligten aufweisen, dem Verständniss für die Gewalttäter und dem Abscheu vor ihnen. Nichts für zartbesaitete Menschen. Mich hat das Buch bis in den Schlaf verfolgt, dennoch konnte ich nicht aufhören zu lesen.

Nach dieser Lektüre ist man froh, hier zu leben, weil irgendwie keine Chance da ist, das sich dieses Amerika ändert. Und man weiss, warum die Amerikaner nicht auch noch einen Trump brauchen.

Gattis ist ein Name, den man sich merken muss!

Er hat, so sagt der Klappentext, direkt im Milieu recherchiert, was absolut nicht ungefährlich war. Hut ab!

Fazit: absolut empfehlenswert!
3
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