Inklusion gibt es glücklicherweise auch auf der Bühne

Anzeige
King Kim Kobold von Kombodscha (Foto: Frank Gebauer)
 
Ansage: Inge Mathes (Foto: Frank Gebauer)
Oberhausen: Theater Oberhausen | Am Freitag, den 5. April 2013 und am Samstag, den 6. April 2013 konnte man die integrative Theatergruppe „Blindflug“ der Lebenshilfe Oberhausen mit ihrem dritten Theaterstück „King Kim Kobold von Kombodscha“ auf der Bühne des Oberhausener Theaters im großem Haus erleben.

Es war wieder soweit: Die neueste Premiere des Ensembles „Blindflug“ wurde im ausverkauften großen Haus eingeläutet. Die schrille und farbenprächtige Produktion der mit und ohne behinderten Akteure zeigte die Spielfreude, die die Darsteller bei ihren Rollen mitbrachten.

Die Verknüpfung, die Regisseur Jörg Wilms mit und ohne behinderten Schauspielern schaffte beweist, dass es möglich ist, auch auf der Bühne ein tolles Miteinander zu gewährleisten, die Scheu von dem „Anders sein“ zu vergessen und die Darsteller zu Höchstleistungen zu führen. Dies ist ihm gut geglückt, denn alle Schauspieler waren in ihrem Element und genossen die Bretter, die die Welt bedeuten. Dies übertrug sich auf das zahlreich erschienene Publikum.

Die Kulissen waren mit viel Liebe zum Detail hergestellt und bestachen mit Originalität wie zum Beispiel das Gurkenhexenhäuschen, an dem echte Schlangengurken hingen.

Die Maske hat sich auch übertroffen!

Mit ihren tollen Kostümen bereicherten die Darsteller die Bühne und schafften Kontraste zur bösen schwarzen Hexe (Jens Jacobsen), der eine Glanzleistung bot.

Daran knüpfte auch die Fee (Doro Krein) an, der man ihre Hässlichkeit abnahm und ihrem Wunsch nach Schönheit nachvollziehen konnte.

Igor (Rita Castor) mit seinem Sprachfehler, in den er immer „k“ mit „f“ und umgekehrt vertauschte, brachte noch mehr Komik auf die Bühne.

Brezel (Seila Badnjevic) trumpfte in ihrer Rolle auf und überzeugte auf ganzer Line. Ihre missratenden Zaubersprüche ließen das Publikum nicht nur einmal laut auflachen.

Griselda (Heidrun Wetterich) und Pusselliese (Simone Rechl), die zwei schrillen und eingebildeten Schwestern, sorgten ebenfalls für so manche Lacher.

Pinocchia (Christa Hesse) verkörperte ihre Rolle hervorragend und rettete nicht nur eine Situation im Märchenland.

Puschenattel (Sandra Witt) fand ihren Prinzen, den blauen Klaus (Holger Kempf), der ihr den verlorenen Schuh brachte und sie zur Prinzessin verwandelte.

Das Tanzende Schneiderlein (Tanino Camilleri) überzeugte mit seinen Tanzschritten und Bewegungen auf fantastische Weise. Die Freude über seine Performence stand ihm die ganze Zeit im Gesicht geschrieben.

Der Riesenpilz (Sabina Schniker), die singende Eule (Anke Eichholz), der Waldtroll (Elvira Iacona) und der Baummensch (Klaus-Peter Röttgen) begeisterten alle in ihren fantastischen Kostümen und verkörperten so die von der bösen Hexe verzauberten Wesen.

Rapunzel (Loredana Soglimbene) mit den schönen blonden Haaren ließ einen neidisch werden auf ihre schöne Frisur.

Malice (Jola Hau) suchte immer verzweifelt den Osterhasen. Als sie ihn fand war es zu spät.

Regenwittchen (Angelika Remmen) suchte ihre verlorenen Zwerge. Ihr blieb nur Zwerg 7 und Zwerg 1.

Der Holzmichel (Mark Schwarz), Zwerg 7 (Andreas Bütau) und Jäger / Zwerg 1 (Thomas Theissen) überzeugten ebenfalls mit ihren Kostümen und ließen ein Lächeln im Gesicht zurück.

Hanswursts (Doro Krein) Schicksal endete bedingt durch die böse Hexe und Igor tragisch.

Die Großmutter (Christa Hesse) erzählte ihrem Enkel (Robin Kleinke) das Märchen nur in Filmsequenzen und ließ Erinnerung aufkommen an die eigene Kindheit.

Der Kopf sprach mit der Stimme von Regisseur Jörg Wilms.

Leider ging die Liebesgeschichte zwischen King Kim Kobold von Kombodscha (Peter Dedek) und der Menschenfrau Sabrinaannikaanja (Jenny Oppers) total in der verwirrenden Handlung unter. Unglücklicherweise verstand man die Verwandlung von Sabrinaannikaanja zum Kobold am Ende (Happy End) nicht wirklich. Nichtsdestotrotz gelang es den beiden Darstellern fantastisch sich in die Herzen der Zuschauer zu spielen.

Sorry, auch wenn viel Arbeit und Herzblut dahintersteckt, aber auf eins hätte man verzichten können: Den „Werbefilm“! Er zog das Theaterstück nur künstlich in die Länge. Es verschaffte zwar den Akteuren eine Pause, jedoch nicht den Zuschauern, die sicher gerne mal Luft geholt oder die Toilette aufgesucht hätten.

Auch wenn die skurrile Märchenkomödie sehr ausschweifte und man den roten Faden vermisste, schien es den Zuschauern ebenso viel Spaß zu machen wie den Schauspielern.

Wer sich noch selbst davon überzeugen möchte hat noch die Möglichkeit am 09.07.2013 19.30 Uhr - 21.30 Uhr sich noch die Vorstellung im Ebertbad - Oberhausen anzuschauen.

Zusammenarbeit: Halina Monika Sega & Frank Gebauer
0
2 Kommentare
13.588
Volker H. Glücks aus Neukirchen-Vluyn | 14.04.2013 | 13:52  
6.200
Gottfried (Mac) Lambert aus Goch | 18.04.2013 | 20:04  
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.