Stolpersteine verlegt

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Oberhausen. Vor wenigen Tagen fand die nunmehr zehnte Verlegung von Stolpersteinen statt. Zu den bereits über 150 Gedenksteinen im gesamten Stadtgebiet kamen damit neun weitere hinzu.

Die mit einer Messingplatte verzierten kleinen Denkmäler werdem am letzten selbstgewählten Wohnort der NS-Verfolgten in den Gehweg eingesetzt. Informationen zum Lebensweg und zum Schicksal der Verfolgten sind darin eingraviert.
So wurde zum Beispiel ein Gedenkstein in die Marktstraße in Höhe des Hauses Numme 180 für Otto Servos, Jahrgang 1908, eingelassen. Servos lebte mit seiner Frau Erna Servos, geborene Schnierer, in Oberhausen, wo er die Metzgerei seiner Eltern nach dem Tod seines Vaters 1927 übernommen hatte. Bereits 1935 wurde er von Nationalsozialisten aus bislang unbekannten Gründen für ein Jahr in Haft genommen.
Nach der Enteignung seines Metzgerei-Geschäftes floh er 1936 nach Palästina. Er überlebte den Holocaust und kehrte 1950 zurück nach Deutschland, um einen Antrag auf „Wiedergutmachung“ zu stellen. Otto Servos lebte bis zu seinem Tod im Jahr 1989 in Köln.
Ein weiterer Gedenkstein wurde an der Rothebuschstraße in Höhe des Hauses Nummer 116 für Arthur Staudt, Jahrgang 1889, eingelassen. Staudt war Mitglied der SPD und der Gewerkschaft. 1935 wurde er von der Gestapo festgenommen und 1936 vom Oberlandesgericht Hamm wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens“ zu einer Haftstrafe von einem Jahr und fünf Monaten verurteilt. Ihm konnte diesbezüglich nichts Konkretes nachgewiesen werden. Für die Nationalsozialisten genügte jedoch seine Mitgliedschaft in einer „feindlichen“ Partei, um ihn als politischen Gegener zu verfolgen.
Staudt lebte nach seiner Entlassung zusammen mit seiner Ehefrau Elfriede Straudt, geborene Gölzer, bis zu seiner Ermordung 1946 in Oberhausen.
Bürger können sich an weiteren Aktionen beteiligen und das Projekt unterstützen, indem sie zum Beispiel eine Patenschaft für einen Stein übernehmen.
Als Koordinationsstelle unterstützt die Gedenkhalle Oberhausen die Bürger bei der Übernahme einer solchen und den damit verbundenen biografischen Recherchen. Informationen zu dem Projekt, Fragen, Anmerkungen oder Hinweise werden von Sophie Koch,  60 70 531-14, sophie.koch@oberhausen.de, bearbeitet.
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