580 Kilometer Kanalisation

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Mit dem Kanalreinigungsfahrzeug werden viele Kanäle in Oberhausen gereinigt. Dirk Hetkamp und Kollegin Sarah Tirbs zeigen, wie es geht.

Teil IV der WA-Serie "Für ein sauberes Oberhausen"

Sie arbeiten häufig im Verborgenen und ihre Arbeit hat es in sich. Denn auch das Kanalsystem der Stadt Oberhausen will gereinigt werden. Kanalreinigungsfahrzeuge stehen dem 28-köpfigen Team der WBO-Abteilung „Kanäle und Straßen“ zwar zur Verfügung, doch wenn es hart auf hart kommt, müssen die Mitarbeiter im wahrsten Sinne des Wortes selbst Hand anlegen.

Den Überblick über 580 Kilometer Kanalnetz in Oberhausen hat Martin Klein-Reesink. Als Kanalmeister koordiniert er die Arbeit und Einsätze des Teams. Eine Spezialkarte, die das komplette Kanalsystem darstellt, ist bei seiner Tätigkeit ein wichtiges Hilfsmittel. Ebenso die Bilder und Videos, die mit einer Spezialkamera in regelmäßigen Abständen Aufschluss über den inneren Zustand des Kanalsystems liefern.
Mithilfe eines Kanalreinigungsfahrzeuges, an dem sich ein Absaugrüssel befindet, können die Mitarbeiter den jeweiligen Kanal reinigen. Schlamm und Sand bleiben dabei im Fahrzeug zurück und werden entsorgt. Doch nicht immer kann auf ein Reinigungsfahrzeug zurückgegriffen werden. „Bei Frost können wir dieses zum Beispiel nicht einsetzen“, so der Experte. Dann müssten die Mitarbeiter selbst runter in den Kanal, um diesen von Hand zu reinigen. Da das Arbeiten in den Kanälen aufgrund von Gasen, wie zum Beispiel Kohlenmonoxid, Risiken birgt, sei es für alle im Team Pflicht, ein Gaswarnsystem am Körper zu tragen.
Neben der Sauberkeit ist das Team aber auch für die Inspektion der Kanäle zuständig. Mängel, wie Risse oder Bergbauschäden, werden von den Mitarbeitern notiert und an die Abteilung Netztechnik weitergeleitet.
Ebenfalls regelmäßig gereinigt würden 21 835 Straßenabläufe. „40.000 Reinigungsaktionen führen wir innerhalb eines Jahres in diesem Bereich in Oberhausen durch“, so der Kanalmeister. Zudem kümmert sich die Abteilung um einen 24-Stunden Notdienst für die Bürger. Bei diesem würden zum Beispiel Straßengullys gemeldet, die verstopft seien. Die Mitarbeiter würden diese dann von Unrat und Schmutz befreien und so für ein funktionierendes Kanalsystem sorgen.
Und auch dem eher unschönen Thema Ratten nehmen sich die Mitarbeiter an. Dadurch dass von Bürgern noch häufig Essensreste über die Toilette entsorgen würden, hätten die Tiere in der Kanalisation immer reichlich zu essen und würden sich wohl fühlen. „Wir haben zwar keine Rattenplage, aber einen Befall durch die Tiere gibt es schon“, erklärt Martin Klein-Reesink. Regelmäßiges Auslegen von Ködern, sowohl durch eine Fremdfirma als auch von zwei geschulten Mitarbeitern, gehören daher ebenfalls zum Aufgabenbereich der Abteilung.
Und wie sieht es mit den ganz alten Kanälen der Stadt aus? Machen diese Probleme? Martin Klein-Reesink: „Der Älteste ist jetzt um die 100 Jahre alt. Probleme mache dieser aber zum Beispiel überhaupt nicht. Damals wurden schon sehr gute Materialien eingesetzt und verbaut.“
Fotos: Rüdiger Marquitan
von Verena Reimann,
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1 Kommentar
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Jochen Menk aus Oberhausen | 25.11.2016 | 13:36  
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