Ruhrfestspiele: Wiedersehen mit Hansgünther Heyme

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Hansgünther Heyme hat 13 Jahre lang Deutschlands größtes und ältestes Theaterfestival geleitet. (Foto: Ruhrfestspiele)
Hansgünther Heyme, der Erfinder des Europäischen Festivals und Leiter des leider viel zu früh "verstorbenen" Festival Ruhr, hat die Ruhrfestspiele aus einem tiefen Tal der Tränen geholt, künstlerisch und geschäftlich wieder nach vorne gebracht.

Nun meldet sich der ehemalige Intendant der Ruhrfestspiele Recklinghausen (1990-2003) zurück. Passend zum Festival-Motto "Aufbruch und Utopie" hat sich Heyme für ein Stück von Georg Kaiser entschieden, mit dem sein eigener Lehrer seinerzeit in Bochum das Publikum verblüffte: Erwin Piscator, der Theaterrevolutionär der Weimarer Republik, inszenierte in den Wirtschaftswunderjahren "Gas" als harsche Warnung vor und Kritik an der Atombombe.

Schiller zwischen Schlüpfern

Und heute? Sind Ängste nicht allgegenwärtig? "Gas" ist außerdem eine kluge Wahl, da Heyme heitere Stoffe weniger gut liegen.

Seine berufliche Biographie ist eindrucksvoll. Hansgünther Heyme war in Köln und Essen erfolgreich, außerdem hat er als Dozent an der Folkwang Schauspielschüler-Generationen geprägt. Er soll ein harter Hund gewesen sein.

Das Publikum im Vest dürfte Hansgünther Heyme mit Freude erwarten. Der Mann hat tolle Schauspieler und Regisseure ins Revier gebracht, die Ruhrfestspiele als europäisches Label etabliert und Kontakte geknüpft, von denen auch heute noch die Ruhrfestspiele profitieren.

Premiere der Inszenierungen

Unvergessen auch Heymes Art, unkonventionell und unermüdlich fürs Festval zu werben: Er hat eigenhändig in der Unterwäsche-Abteilung von Karstadt seine Programmhefte verteilt und Stücke erklärt.

"Gas" ist eine Koproduktion des Staatstheater Karlsruhe und der Ruhfestspiele und erstmals vor Publikum in Recklinghausen zu sehen.

Vorstellungen im Kleinen Haus:
Freitag, 10. Mai, 20 Uhr
Samstag, 11. Mai, 19 Uhr.
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