Supertesche als Retter: Bürgermeister lud OGS-Schüler zur ersten Kindersprechstunde ein

Bürgermeister Christoph Tesche während der Kindersprechstunde im Gespräch mit den OGS-Schülern.
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  • Bürgermeister Christoph Tesche während der Kindersprechstunde im Gespräch mit den OGS-Schülern.
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Zu Beginn der ersten Kindersprechstunde musste Bürgermeister Christoph Tesche einen kleinen Dämpfer verkraften. Auf seine Frage „Wer kennt mich?“ hob nur etwa ein Drittel der 45 Schüler der Offenen Ganztagsschulen Marienschule, Im Reitwinkel und Hochlarmark den Arm. Doch nach zwei gemeinsamen Stunden im Museum Strom und Leben hatten sich beide Seiten besser gelernt, und der Bürgermeister wusste nun, was sich die Kinder von ihm und der Stadtverwaltung wünschen.

Zunächst erläuterte Tesche den Mädchen und Jungen, dass es für ihn als Bürgermeister wichtig sei, auch die Wünsche der Kinder zu kennen. Dabei verriet er seinen jungen Zuhörern eine eherne Regel: Der Bürgermeister ist für alles verantwortlich, und wenn etwas nicht in Ordnung ist, heißt es deshalb auch immer: „Wer ist Schuld? Der Bürgermeister!“
Die Wünsche der OGS-Kinder galten vor allem besser ausgestatteten Spiel- und Freizeitbereichen an ihren Schulen. Ein Baumhaus, neue Netze für die Fußballtore, ein Trampolin und ein größeres Meerschweinchengehege gehörten zum Beispiel zu den Anliegen, die die Marienschüler in einem Video vortrugen. Doch die Mitschüler berichteten der Interviewerin Juliane auch, dass sie auf einen Schlafraum, einen größeren Raum für die Erzieher und auf besseres Essen hofften.

Video und Papierblumen

Neben einem Video hatten die Kinder der Grundschule Im Reitwinkel Papierblumen gebastelt, die die Christoph Tesche jeweils mit einem Wunsch versehen überreichten. Vom Kettcar über eine neue Mensa und Fußbälle bis zur Schaukel für den Schulhof reichte die Wunschliste.
Von einer Rutsche, Turnstangen und Schaukeln träumten die Kinder der Grundschule Hochlarmark in einem Theaterstück, dass sie für den Bürgermeister aufführten. Der tauchte sogar im Stück auf, nachdem Weihnachtsmann, Osterhase und Zahnfee die Wünsche nicht erfüllen konnten. „Ich bin Supertesche“, rief die Schülerin, die in der Rolle des Bürgermeisters mit Jackett und Schlips bekleidet war. „Das ist alles kein Problem. Das kriege ich hin.“

Geschenk für die drei Schulen

Ein ganz so umfassendes Versprechen gab Christoph Tesche den OGS-Schülern nicht. Aber er sagte ihnen zu, dass es in Absprache mit den Schulleitungen an jeder der drei Schulen ein Geschenk geben werde. „Überwiegend im nächsten Jahr“, fügte er an und gab den Kindern damit einen Vorgeschmack darauf, dass man in der Politik immer Geduld braucht.
Ein anderes Versprechen, dass er den Kindern zu Beginn der Sprechstunde gegeben hatte, erfüllte er dagegen im zweiten Teil der Veranstaltung. Da durften sie ihn alles fragen, „und ich will versuchen, so gut es geht zu antworten“.
Um Wünsche ging es dabei dann weniger, sondern die Kinder nutzten die Gelegenheit, den Bürgermeister, der ihnen das Du angeboten hatte, restlos auszufragen. Wie alt bist du? (55), Wer ist dein Chef? (meine Frau), Wie heißt deine Frau? (Simone), Hast du schon mal Angela Merkel getroffen (Ja, zwei Mal), Hast du Taylor Swift getroffen? (nein), Hast du einen Hund? (nein, ich bin leider allergisch), Welcher ist dein Lieblingsverein? (VfL Bochum und Bayern München) – so lauteten nur einige der Fragen.

Fragestunde mit dem Bürgermeister

Aber auch zu seiner Arbeit wollten die Mädchen und Jungen so einiges wissen. „Ist das schwer als Bürgermeister?“ – „Die Stadt hat viele Menschen verschiedenen Alters mit verschiedenen Wünschen. Als Bürgermeister soll man alles regeln und lösen, aber das kann keiner. Das ist schwer“, gestand Christoph Tesche. „Wie gefällt es dir?“ – „Es macht mir Spaß, nicht alles, aber vieles“, erklärte er und verglich seine Arbeit mit den Vorlieben der Kinder für unterschiedliche Schulfächer. „Was macht nicht so viel Spaß?“ – „Wenn Menschen mich ausschimpfen, und ich kann nichts dafür“, lautete die Antwort. „Bist du reich?“ – „Ja, aber nicht an Geld“, antwortete Tesche zunächst philosophisch und verwies an die vielen Menschen, die er treffe, so dass er reich an Begegnungen sei, bevor er auch sein Gehalt verriet: circa 120.000 Euro. „Brutto“, fügte er in Richtung der im zweiten Teil anwesenden Eltern hinzu. „Wohnst du im Rathaus?“ – „Manchmal ja“, kam die spontane Antwort des Bürgermeisters, dann fuhr er fort: „Nein, ich wohne in einem Haus.“
Nicht nur mit seiner offenen Art, sondern auch mit Eis und Getränken, Quietscheenten im Bauarbeiter-Look sowie Autogrammen konnte Christoph Tesche die Schüler während der ersten Kindersprechstunde, der vielleicht weitere folgen sollen, begeistern.
Wie super Supertesche allerdings tatsächlich ist, muss der Bürgermeister den OGS-Schülern im kommenden Jahr beweisen, wenn er an ihren Schulen jeweils einen ihrer Wünsche erfüllt. „Wenn es nicht klappt, wer ist dann Schuld?“, hatte Martin Gohrke, Fachbereichsleiter Bildung und Sport, im Laufe des Nachmittags gefragt, und natürlich hatten die Kinder gut aufgepasst und wussten die Antwort: „Der Bürgermeister.“

Bürgermeister Christoph Tesche während der Kindersprechstunde im Gespräch mit den OGS-Schülern.
„Wie ein Fußballstar“, so seine eigenen Worte, gab Bürgermeister Christoph Tesche den Kindern Autogramme.
Autor:

Vera Demuth aus Bochum

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