Mein erster Grappa (BÜCHERKOMPASS-Rezension)

Foto: Klartext verlag

Getrunken habe ich gelegentlich schon einen, gelesen noch nicht. Bis vor kurzem, und das kam so...

Die Krimis von Gabriella Wollenhaupt sind mir schon häufig aufgefallen. Sie war eine der ersten die Regional-Krimis aus dem Ruhrgebiet schrieb, und sie ist dabeigeblieben: seit Jahren erscheinen die Krimis mit Grappa im Titel, inzwischen 24 an der Zahl. Der 16. hieß 'Rote Karte für Grappa' und wurde 2006 erstmals veröffentlicht, also vor der Fußball-WM. Die kommt im Text auch vor, und es geht tatsächlich auch um Fußball. Der klartext-Verlag hat im letzten Jahr eine Reihe mit fünf Ruhrgebiets-Krimis zum Thema Fußball wiederveröffentlicht, und eins der Bücher landete auf meinem Nachttisch. Die Bücher sind übrigens einzeln oder als Box erhältlich.

Die Hauptfigur heißt Maria Grappa und arbeitet als Zeitungs-Redakteurin in Dortmund, das aber im Buch stets als 'Bierstadt' bezeichnet wird. Es steckt vermutlich viel von der Autorin in der Figur, denn sie schreibt in der Ich-Perspektive. Außerdem mit kräftiger Sprache und hohem Tempo inklusive überraschender Wendungen - also mit allem was ein guter Krimi braucht. Gelegentliche Bezüge zu früheren Krimis haben mich nicht gestört.

Beispiele für kräftige Sprache? Eine Corvette ist ein missgestalteter protziger Flitzer und im brasilianischen Karneval gehts um Titten, Arsch und Samba. Gelegentlich geraten Überschriften auch etwas flach ('Wenn der Postmann keinmal klingelt')
Das Opfer ist ein brasilianischer Stürmer des örtlichen Fußballvereins der seine Spiele in der Luna-Arena austrägt und die Ermittlungen führen uns sowohl in den Vereins-Vorstand als auch ins Rotlicht-Milieu. Die Einbindung einer Redakteurin in die kriminalpolizeilichen Ermittlungen gelingt halbwegs glaubwürdig. Die teilnehmenden Figuren erleben mitunter deutliche Wandlungen, z. B. werden die ermittelnde Kommissarin und ein hinzugezogener brasilianischer Kollege zunächst distanziert beschrieben, dann aber rasch zu Vertrauten.

Das alles liest sich flott und unterhaltsam, mit einigen aktuellen Bezügen die natürlich inzwischen Geschichte sind. Schmeckt nach mehr:
mein erster Grappa war vermutlich nicht mein letzter!

Autor:

Klaus Wurtz aus Kamp-Lintfort

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