„Hauptsache, es wird kein Schunkellied“ - Autor Wolf Stachel sucht Hip-Hopper

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Wolf Stachel wartet darauf, dass sein Text über Schwelm von jungen Musikern verrappt wird. Foto: Jarych

„Jede Stadt macht mit ihrer Musik Werbung für sich“, sagt Wolf Stachel. Der Schwelmer Autor hat einen Text geschrieben, einen Schwelm-Rap. Nun sucht er junge Musiker, die den Text bearbeiten und vertonen wollen

.

Man denke nur an Lou Reed. Das Œvre des „Velvet Underground“-Gründers war zeitlebens mit dessen Heimatstadt New York verbunden; mehrfach setzte er dem Big Apple ein musikalisches Denkmal.

Während Lou Reed auch die Schattenseiten der Millionenmetropole ans Licht holte, verfolgt Wolf Stachel ein etwas anderes Konzept.„Hintergedanke ist, die schönen Seiten von Schwelm hervorzuheben“, erläutert Wolf Stachel. „Es soll kein Protestsong werden.“

Es geht, nun ja, auch um eine Art Lokalpatriotismus. In etwas anderer Form setzt WDR 2 diese Grundidee um. In dem Format „Sounds like Heimat“ schickt der Radiosender außenstehende Musiker in Provinzstädte. Die Musiker sollen herausfinden, was die jeweilige Stadt ausmacht, was ihre schönen Seiten sind. Diese sollen besungen werden.

Beim Schwelm-Rap sind die Einwohner der Stadt selbst gefragt. Wolf Stachel hat dabei die Jugend im Blick. „Die jungen Leute“, sagt der Autor, „können ja heute alles machen, ihre Lieder bei ‚YouTube‘ einstellen.“

Seit rund zehn Jahren ist er als Autor tätig, veröffentlicht seine Bücher im Selbstverlag. Der gebürtige Wuppertaler zog 1991 zusammen mit seiner Frau in seine neue Wahlheimat. Die ist ihm ans Herz gewachsen. „Schwelm“, bekennt Wolf Stachel, „gefällt mir sehr gut. Ich fühle mich hier sehr wohl.“

Und, hat Wolf Stachel selbst einen Bezug zu Hip-Hop? „Nee, überhaupt nicht“, gesteht der Autor, während er seine Augenbrauen hochzieht. Doch auch wenn der subversive Sprechgesang nicht sein bevorzugtes musikalisches Genre ist, fällt es ihm leicht, über den eigenen Tellerrand zu blicken und eher die Gemeinsamkeiten zwischen seinem Schreiben und den Rhythmen und Beats des Hip-Hop herauszustellen.

Wolf Stachel ist klar, dass seine Sprache nicht die Sprache der Jugend ist. „Der Text“, sagt der Autor, „ist interpretierbar.“ Er soll ein inhaltliches Fundament sein, das in Jugendsprache übersetzt werden kann. Dass Wolf Stachel das nicht selbst macht, ist einleuchtend. „Da muss man aufpassen“, gibt er zu bedenken. „Ich mach‘ keinen auf Jugend.“

Den Jugendlichen oder jungen Erwachsenen bleibt es überlassen, hier kreativ am Text zu arbeiten und ihn musikalisch in Form zu bringen. Nur einen Wunsch hat Wolf Stachel: „Hauptsache, es wird kein Schunkellied.“

Musiker, die den Text von Wolf Stachel bearbeiten wollen, können ihren fertigen Song ins Internet – zum Beispiel bei „YouTube“ – stellen und sollten die Redaktion der wap darüber informieren. Einen Link können sie uns per Mail an redaktion@wap-schwelm.de schicken.

Der Schwelm-Rap


„Ich wollt mal was erleben,
und fuhr deshalb nach Schwelm.
Sich schnell dort hinbewegen, das galt als hehres Ziel. Ob mit dem Bike, Bahn oder Bus,
die Auswahl ist nicht schwer,
das alles ohne echten Frust,
man kommt bequem daher.

:Sei doch kein Schelm,
komm nach Schwelm.:

Bereits von fern erkennt man schon, ein Bauwerk hoch und breit,
na klar, es ist der Schwelmer Dom,
ein Kunstwerk seiner Zeit.
Hier lässt es sich vergnügt flaniern,
Cafè‘s bunt aufgereiht,
die FuZo längst und quer passiern,
kein Weg ist wirklich weit.

:Sei doch kein Schelm,
leb in Schwelm.:

Zur Einkehr laden viele ein,
selbst wenn man‘s Außen mag.
Dann sitzt es sich bei Eis und Wein,
auch mal den ganzen Tag.
Kennt manchen Mensch von Angesicht,
erblickt so manchen Freund,
schon sitzt er mit am runden Tisch,
was danach jeden freut.

:Sei doch kein Schelm,
bleib in Schwelm.:

Jetzt folgt, wie‘s gerne heißt,
ein Netzwerk per zu Fuß,
wo jeder seine Kenntnis preist,
die Quelle mancher News.
Das Strammbad manchmal dröhnt,
die Mucke mächtig bebt,
den Zug hautnah erlebt,
bunt sich durch die Stadt bewegt.

:Sei doch kein Schelm,
genieß Dein Schwelm.:

Bei einer Wahl, wo Du mal bleibst,
ganz anonym, was schon beklemmt,
oder mehr doch, im Freundeskreis,
gewohnt und selten fremd.
Es bleibt dazu fast keine Wahl,
was Dir heut ist vertraut,
mal Freude oder Höllenqual,
hast Du mit aufgebaut.

: Du liebst doch Schwelm,
und scheißt auf Schelm:“

Wolf Stachel
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