60 Jahre nach der Entlassung aus der Christlichen Gemeinschaftsschule Massen

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Die Ehemaligen aus der Christlichen Gemeinschaftsschule Massen - 60 Jahre nach der Schulentlassung mit Gästeführer Wolfgang Patzkowsky
  Samstag, 28. März 2015 I 17:00 Uhr

Eine super Stimmung beim 60-jährigen Jubiläum -
Sie schwelgten in Erinnerungen


Am 31.03.1955 wurden die am 01.04.1947 eingeschulten Schülerinnen und Schüler der damals achtklassigen Volksschule in Massen entlassen.

Gut vorbereitet hatten die Initiatoren Helga Tillmann, Karin Borkenhagen (geb. Scheidemann), Gudrun Röttgermann, Ernst Domanowi und Udo Holzapfel dieses Treffen.
Stadtheimatpfleger und Gästeführer Wolfgang Patzkowsky führte die Gruppe durch das Zentrum für internationale Lichtkunst in der ehemaligen Lindenbrauerei. Hier in den Gewölbekellern des Unnaer Industriedenkmals, auf einer Fläche von 2.400 Quadratmetern, tief unter der Erde findet die Lichtkunst eine Präsentationsfläche, wie sie faszinierender und wirkungsvoller nicht sein könnte.

Anschließend führte Wolfgang Patzkowsky die Gruppe in den Gästeführerkeller „Abteilung 10“.
Hier in der unvergleichlichen urigen Atmosphäre gab es nicht nur Kostproben vom seit 2002 wieder hier exklusiv gebrauten „LindenBier“, sondern auch viele Informationen zur Geschichte der alten Produktionsstätte Lindenbrauerei.
Viele Erinnerungen an die alte Lindenbrauerei und Schulzeit wurden ausgetauscht. Zum gemeinsamen Essen ging es in das Haus Cromberg im Herzen von Unna-Massen. Auch das Haus Cromberg hat eine langjährige gastronomische Geschichte. Seit mehreren hundert Jahren kann man sich hier mit Freunden,  Bekannten und Verwandten treffen und eine gesellige Zeit verbringen. Das hat diese Gruppe auch so gehalten. Sie schwelgten bei diesem Klassentreffen in Erinnerungen.

Erinnerungen an die Schulzeit


Wir waren von Beginn an etwa 80 Schülerinnen und Schüler und wurden in zwei Klassen aufgeteilt, berichtet Udo Holzapfel.
Unsere Klassenlehrerin war Fräulein Schilling, von uns immer Helene oder Lene genannt. Sie betreute uns bis zum Ende der 2. Klasse.
Danach, in den Klassen 3,4,5 und 6 waren wir eine sogenannte „Durchziehklasse“. Das bedeutete, dass wir ständig wechselndes Lehrpersonal hatten. Das waren Herr Kähmann ((Käse) Herr Stiepelmann(Krass) Frau Rödding (Ruth) Fräulein Schnettker, Herr Lethaus (Walter) und Herr Klippel (er war ein Choleriker). Sie unterrichtetten in den anstehenden Lehrfächern.
Im 7. und 8. Schuljahr übernahm die Rektorin Fräulein Thüner (Hedwi) den Unterricht.

Besonderheiten der Schulzeit
Zu den Besonderheiten während unserer Schulzeit gehörte, das wir im Frühling den Unterricht eher verlassen durften, um bei Massener und Afferder Bauern Runkeln zu „verziehen“. Im Herbst wurden dann Kartoffeln „aufgelesen“. Unser Entgelt waren 50 Pfennig pro Stunde und eineBrotzeit mit Milchkaffee.

» Auch musste die gesamte Klasse während der Unterrichtszeit Kartoffellarven und Kartoffelkäfer auf den Feldern in Gläsern sammeln. Sie dienten der Schule als Kontrollergebnis. Die Pharmaindustrie wurde durch Sammeln von Huflattiich und Kamille unterstützt.

» Im ersten Jahr gab es auch eine warme Schulspeisung aus einer extra eingerichteten Schulküche. In Papiertüten wurde Milchpulver, Kakao und Zucker für den Hausgebrauch ausgeteilt. Wenn wir auf dem Weg nach Haus naschten, gab es ein Donnerwetter von der Mama. Bei wiederholtem Naschen gab es aber auch schon einen Schlag hinter die „Löffel“.

» Lehrerinnen und Lehrer hatten noch das Züchtigungsrecht. Fräulein Thüner hatte für solche Fälle einen Stock aus Buchenholz, den sie „Anton“ nannte. Dieser kam aber nur selten zum Einsatz und nur bei den Jungen. Wenn wir heute darüber erzählen, sind wir alle der Überzeugung, es hat uns nicht geschadet. Unser Respekt und unsere Achtung vor dem Lehrpersonal wurde dadurch nicht beschädigt. Wir erinnern uns gerne an unsere schöne Schulzeit. Wir haben damals zusammengehalten und tun es heute immer noch, sagt Udo Holzapfel.

Das Schulentlasungszeugnis gab es am 24. März 1955

Die Ehemaligen aus der Christlichen Gemeinschaftsschule Massen treffen sich seit längerer Zeit einmal im Jahr. Das Wiedersehen wird immer wieder gerne und ausgiebig gefeiert.

Fotos © Jürgen Thoms
30.03.15 14:24:03
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3 Kommentare
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Helmut Zabel aus Herne | 30.03.2015 | 17:13  
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Elisabeth Jagusch aus Schermbeck | 30.03.2015 | 19:04  
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Jürgen Thoms aus Unna | 30.03.2015 | 19:36  
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