„Mein zweites Leben“

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Velbert: Alldie-Kunsthaus | Viele Jahre war Dr. Reinhard Fingerhut Velberter Stadtdirektor. Anschließend folgten Managerposten in der freien Wirtschaft. Jetzt studiert der Stadtdirektor a.D. seit sieben Jahren an der Kunstakademie in Essen. Über sein künstlerisches Schaffen und seine neueste Ausstellung sprach er mit Stadtanzeigermitarbeiterin Astrid von Lauff.

Herr Dr. Fingerhut, wir sitzen hier im Alldie-Kunsthaus, wo Sie gerade ihre Werke für eine Ausstellung aufhängen. Ist das nun ihr tägliches Brot? „Nein. Meine Bilder hingen erst einmal, und zwar im Landtag in Düsseldorf. Das ist jetzt ein Jahr her. Ich befinde mich in der glücklichen Lage, nicht jede leere Wand bestücken zu müssen. Mir gefällt das Konzept von Alldie-Kunst und ich finde es unterstützenswert.“

Wie findet ein Verwaltungsmensch und späterer Banker und Manager den Weg zur Kunst? „Mit meinem Abitur habe ich den Pinsel fallen gelassen. Bis dahin spielte auch schon damals Kunst eine große Rolle in meinem Leben. Mein Kunstlehrer empfahl mir ein Kunststudium. Allerdings gab es da noch einen anderen Lehrer und dieser sagte mir: ,Willst du die Welt verändern, geh in die Politik.‘ Da beides parallel schwierig ist, habe ich mich für die Verwaltungskarriere entschieden. Mein ,zweites Leben‘ begann dann mit meinem Studium an der staatlich anerkannten Kunstakademie in Essen.“

Wie sieht Ihr Künstleralltag heute aus? „Ich habe ein eigenes Atelier, in dem ich regelmäßig arbeite und auch gerne Gäste empfange. Da gibt es immer wieder intensive Schaffensphasen, abhängig von den Eindrücken und Bildern, die sich in meinem Kopf sammeln. Konkrete Bürozeiten gibt es da nicht mehr. Das kann auch mal bis tief in die Nacht gehen.“

Womit beschäftigen Sie sich thematisch bei Ihren Kunstwerken? „Ich möchte dem Betrachter mit meinen Bildern eine Sicht auf die Welt ermöglichen, die mehr denkbare Wirklichkeiten zeigt, als die von uns angenommene Realität. Dazu verwandele ich digitalisierte Bilder, verändere sie und verwandele sie wieder in analoge Darstellungsformen. Somit gebe ich wieder den Blick auf fantasiebare Wirklichkeiten frei als Gegenpart zu unserer digitalen Welt, die wir oft als allein gültige, wahre Realität ansehen.“

Welche Technik wenden Sie hierfür an? „Meine Arbeitsmaterialien sind neben dem Pinsel, auch Ölfarben und Tinte, zudem verwende ich Bitumen, ein Material, welches man aus dem Straßenbau kennt. Mit diesen Materialien lasse ich ein Zusammenspiel aus Willkür und Zufall entstehen.“

Was wird es in der Ausstellung zu sehen geben? „Die rund 40 Exponate sind größtenteils großflächig angelegt. Das liegt aber hauptsächlich an den Gegebenheiten vor Ort. Von Collagen über Portraits bis hin zu abstrakten Druckdarstellungen bietet die Ausstellung einen Auszug aus sieben Jahren künstlerischer Entwicklung.“
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