Sechs Jahre "Ein Shop": Die Bedürftigkeit nimmt zu

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Velbert: Kreiersiepen |

Sammeln, sortieren, verkaufen - das ist der Alltag der ehrenamtlichen Mitarbeiter des „Ein Shop“ der Evangelischen Kirchengemeinde Langenberg. Doch noch etwas ist dem Team um Anke Stamm, Leiterin des Shops, wichtig: Gespräche führen, helfen, Mut machen und ganz genau hinschauen.

Noch herrscht die berühmte „Ruhe vor dem Sturm“ im „Ein Shop“ im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Langenberg.
Es ist kurz vor 9 Uhr und Anke Stamm und Fabienne Schwarz führen Monika Warnke, die sich für eine Mitarbeit in dem Kleider-Shop entschieden hat, durch die Räumlichkeiten und erklären ihr die bevorstehenden Aufgaben. Und dass hier jede helfende Hand gebraucht wird, ist spätestens klar, wenn sich drei Mal in der Woche die Türen öffnen und die Besucher die Möglichkeit haben, für einen Euro fünf Kleidungsstücke aus dem Sortiment auszusuchen.
„Besonders im Winter ist das Angebot für viele sozial schwache Familien sehr wichtig. Ein paar warme Winterschuhe oder ein dicker Anorak schwächt das Monatsbudget sehr, müssen diese Dinge regulär gekauft werden.“

Das Publikum
ist bunt gemischt


Voraussetzung für die Kunden sei ein Berechtigungsschein und oftmals werde der Besuch der Tafel, die ebenfalls im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde im Kreiersiepen stattfindet, mit einem Besuch des Kleider-Shops verbunden. Nicht selten ist dann kaum noch ein Durchkommen in den Gängen und das Treppenhaus werde zum Wartezimmer, so Stamm. Junge Menschen, alte Menschen, Familien, alleinerziehende Mütter, Migranten - das Publikum ist bunt gemischt.
Bei einem ist sich das Team sicher: In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Bedürftigen stetig gestiegen. Daher hat man vor zwei Jahren neben Kinder- auch Erwachsenenkleidung mit in das Sortiment aufgenommen. „Der Bedarf steigt und unsere beiden Räume im Obergeschoss des Hauses platzen aus allen Nähten“, so Anke Stamm, die viele Familien persönlich kennt und während der vergangenen Jahre gelernt hat, auch zwischen den Zeilen zu lesen. „Es gibt Familien, da weiß ich ganz genau, wo der Schuh drückt. Es gibt Menschen, die scheuen den Besuch bei uns, oder sie haben keinen Berechtigungsschein, weil sie knapp über der Bemessungsgrenze liegen. Doch auch hier herrscht manchmal echte Bedürftigkeit.“
Zwischen den Zeilen lesen, genau hinhören, Mut machen und Kontakte knüpfen, das hat das insgesamt siebenköpfige Team um Anke Stamm in den vergangenen Jahren gelernt. Drei Mal in der Woche öffnet das Alte Vereinshaus im Kreiersiepen seine Türen als Anlaufpunkt für Menschen, die gerne Kontakte knüpfen möchten. Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer wäre das nicht möglich, daher freut sich das Team immer über Unterstützung. Stamm: „Man bekommt viel zurück. Das hat mir auch die diesjährige Wunschbaumaktion gezeigt. Mit Hilfe der Bürger konnten 183 Päckchen verschenkt werden.“
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