Ein Zwischenruf sorgt für großes Aufsehen

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SPD-Landtagsabgeordneter Volker Münchow. (Foto: Maren Menke)
Sie ist in aller Munde - die Rede des FDP-Vorsitzenden Christian Lindner im NRW-Landtag. Ein Zwischenruf von Volker Münchow (MdL), Velberter Ratsmitglied und zweiter stellvertretender Bürgermeister der Stadt, hatte den FDP-Politiker in der vergangenen Woche derart in Rage gebracht, dass es zu einer minutenlangen verbalen Wutattacke kam.
Volker Münchow möchte sich aus guten Gründen nicht zu dem Geschehen äußern. So sagte er es dem Stadtanzeiger gegenüber und bat um Verständnis, denn auch bei allen anderen Medienanfragen habe er so reagiert.
Doch zurück zum Geschehen: Münchow hatte mit seinem provokanten Zwischenruf Lindners Scheitern als Unternehmer in den Fokus gerückt. Darauf reagierte der Redner „empfindlich“, zumal Regierungschefin Hannelore Kraft gerade in ihrer Rede vor dem Landtag für mehr Pioniergeist im unternehmerischen Sinne geworben hatte und vor der Stigmatisierung gescheiterter Unternehmer warnte.
So weit so gut. Ein ganz normaler Zwischenfall im politischen Alltag, könnte man meinen. Doch was dann passierte, damit hatte niemand gerechnet.
Hatte der Vorfall anfangs nur wenig Beachtung in der lokalen medialen Berichterstattung gefunden, gelangte er am Wochenende in die sozialen Netzwerke und die Dinge nahmen ihren Lauf.
„Der mediale Hype kam für alle völlig unerwartet. Zweieinhalb Millionen Mal wurde die Rede im Netz angeklickt“, so Gerno Böll-Schlereth, Fraktionsvorsitzender der SPD Velbert. „Zwischenrufe gehören zum politischen Alltag. Es kommt zu einem Wortgefecht und ist normalerweise in einer Woche wieder vergessen.“ Keinesfalls habe Münchow Existenzgründer in Frage stellen wollen, das sei hier allen klar. Man habe die Medienaufmerksamkeit wahrgenommen, doch die Fraktion überbewerte den Vorfall nicht. Böll: „Hier schüttelt keiner den Kopf aus Unverständnis über den Zwischenruf.“ Viel wichtiger sei in diesem Zusammenhang der Umgang und die Reaktionen auf eine derartige „mediale Eskalation“. Jetzt hoffe man, dass man zur Tagesordnung übergehen könne.
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Stanley Vitte aus Düsseldorf | 14.02.2015 | 22:10  
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