Anwohner fordern „Rundum-Betreuung“ für Flüchtinge an der Ludgerusstraße in Heiligenhaus

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Wie eine Asylbewerberunterkunft dank professioneller Betreuung aussehen kann, zeigten die Mitglieder des Bürgervereins Hanholz anhand von Fotos der Einrichtung in Ratingen-Tiefenbroich, von links: Horst Jung, Helmut Stypa, Günter Cramer, Horst Heckermann und Siegfried Kronenberg. (Foto: Bangert)
Beim Bürgerverein „Am Hanholz“ ist man schlecht auf die Stadtverwaltung und die Politik zu sprechen.

Vor allem kritisieren die Mitglieder die mangelnde Betreuung der Bewohner der Flüchtlingsunterunkunft in der ehemaligen Ludgerusschule. „Es gibt zwar einen Sozialarbeiter, aber wenn der um 16 Uhr Feierabend hat, dann ist dort ,open house‘“, stellt Bürgervereinsvorsitzender Helmut Stypa fest.
„Da rücken die städtischen Betriebe mit fünf Mann an und schneiden Bäume, räumen aber den Müll nicht weg“, ärgert sich Siegfried Kronenberg. „Die Mentalität der Bewohner sei eine andere, hat man uns gesagt, als wir das Müllproblem thematisiert haben.“ Doch wenn dies eine Tatsache sei, dann müsse es doch jemanden geben, der den Bewohnern das hiesige Müllentsorgungssystem erkläre, so Kronenberg.
„Einkaufswagen aus dem nahe gelegenen Supermarkt müssen zurückgebracht werden - solche Abläufe muss man doch erklären“, fordert Helmut Stypa und Siegfried Kronenberg wirft die Frage auf: „Ist der Bürger in diesem Fall für Ordnung und Disziplin zuständig oder die Verwaltung?“
Den Kindern wurden Spielsachen geschenkt. „Wenn abends die Roller draußen liegen bleiben, dann ist das mehr oder weniger okay. Kinder eben. Aber die Eltern müssen hier darauf hingewiesen werden, ihre Kinder anzuhalten, die Sachen am Abend aufzuräumen. Und wenn dieser Lernprozess nicht sofort fruchtet, sollten Sozialarbeiter die Bewohner dazu anleiten und bei diesen Dingen begleiten. Aber diese Betreuung findet leider nicht statt. Die Menschen werden mit diesen Dingen allein gelassen“, behauptet Siegfried Kronenberg und sieht düster in die Zukunft: „Wenn wir uns jetzt nicht um die Kinder kümmern, wie soll das Zusammenleben hier in Zukunft funktionieren? Integration sieht anders aus.“
„Die Stadtwacht fährt nachts an dem Heim vorbei, wendet und ist in 30 Sekunden wieder weg. Es kostet keinen Euro mehr, wenn die Mitarbeiter aus dem Auto steigen und einmal durchs Gebäude gehen. Die Stadtwacht sollte das Gefühl von Sicherheit geben“, findet Horst Jung und erinnert an die mehrfachen Brände auf dem Gelände.
Die Anwohner rund um den Hanholz wehren sich dagegen, als ausländerfeindlich abgestempelt zu werden. „Das sind wir nicht, sonst hätten wir nicht die Kinder zu Nikolaus beschert. Es gibt hier viele sehr nette Menschen. Leider machen einige wenige Chaoten vieles kaputt.“
„Wir erwarten eine Rundum-Betreuung“, so Siegfried Kronenberg. Wie es besser geht, haben sich die Hanholzer im Asylbewerberheim in Ratingen-Tiefenbroich angeschaut. „Dort gibt es eine vorbildliche Betreuung, die Bewohner sorgen selber für Sauberkeit und Ordnung.“
Helmut Stypa hofft, dass die neuen Bewohner in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes in der nahen Sportfeldschule tatsächlich rund um die Uhr betreut werden. „Es darf allerdings nicht zwei Betreuungskonzepte geben“, merkt Günter Cramer an. Wobei die Konzentration bei der Unterbringung von Asylanten auf einen Stadtteil bei den Anwohnern ebenfalls auf große Kritik stößt.
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