Bullen hautnah erleben

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  Einen ausgewachsenen Mastbullen einmal aus der Nähe erleben und dazu noch Informationen aus erster Hand bekommen - das war möglich beim Tag des offenen Hofes, der am Sonntag zum Naturlandhof Bredtmann in Neviges lockte. Trotz des nass-kalten Wetters nutzten viele Interessierte die Gelegenheit, zogen kurzerhand Gummistiefel und Regenmäntel an und machten sich auf Entdeckungstour. Neben Ställen, Getreidelagern, der Eierpackstation und dem Hofladen gab es noch viel mehr zu sehen: An verschiedenen Ständen gab es Informationen rund um die Landwirtschaft, Kuchen der Landfrauen luden zum Schlemmen ein und auch ein Bierwagen durfte nicht fehlen.
Für kleine Besucher gab es Spiele wie „Der heiße Draht“, sie durften im Heu toben und im Streichelzoo sogar Tiere anfassen. Außerdem konnte der Hof vom Pony aus erkundet werden.
Alle zwei Jahre lädt die Landjugend Neviges mit der Ortsgruppe des deutschen Bauernverbands und des deutschen Landfrauenverbands zur Hofbesichtigung ein. Diesmal öffnete die Familie Bredtmann ihren landwirtschaftlichen Betrieb für die Öffentlichkeit und gab Einblicke in ihre Arbeit, garniert mit vielen Fachinformationen.
„55 Hektar unserer Flächen sind Ackerland“, erklärte Till Bredtmann, der älteste Sohn, im Rahmen einer Führung, „20 Hektar sind Grünland“. Neben Getreide - Weizen, Roggen, Dinkel und Hafer - pflanzen die Bredtmanns auch Kartoffeln, Speisekürbis und Kleegras an. Darüber hinaus werden Rinder gezüchtet und Eier produziert. Und das seit 1988 nach ökologischen Grundsätzen.
„Damit ist mein Vater auf den Zug aufgesprungen, bevor der Bio-Boom einsetzte“, berichtet die Agrar-Ingenieurin Mareike Bredtmann, Schwester von Till. Den Trend zu bewussterem Essen merken auch die Landwirte. „Immer mehr Menschen achten darauf, dass sie Lebensmittel kaufen, die vor Ort produziert wurden“, so Bredtmann weiter. Und so werden die Rinder an eine Nevigeser Fleischerei verkauft, das Getreide unter anderem an einen Velberter Bäcker.
Interessant findet das Reinhard Fuhrmeister, der den Tag für einen Drei-Generationen-Ausflug nutzte. „Wir sind extra aus Wuppertal gekommen, denn hier gibt es viel zu sehen.“ Vor allem die Enkelkinder Isabel, vier Jahre, und Matthis, eineinhalb, machen große Augen. Zum ersten Mal dürfen sie im Stroh spielen und im Streichelzoo ein Schaf anfassen. Und als Isabel gerade ihre anfängliche Schüchternheit gegenüber den Ponys überwindet, ist es Zeit für eine Reitpause. „Auch die Ponys benötigen mal eine Auszeit“, so Katrin Bobermin, Pressewartin der Landjugend Neviges.
Auch auf die Bedürfnisse der gut 900 Hennen wird Rücksicht genommen. „Wir haben 2011 als erster Betrieb in der Region einen mobilen Hühnerstall auf Kufen in Betrieb genommen“, sagt Mareike Bredtmann. Der Hintergrund: Die Hühner benötigen neben Getreide und Schrot auch Grün, um sich rundum wohlzufühlen. Dies ermöglicht der mobile Stall: Ist die Fläche verbraucht, zieht der Traktor den Stall einfach ein Stück weiter. „Das ist gut, um eine konstant hohe Legeleistung zu erreichen“, sagt Mareike Bredtmann. Die Bio-Eier werden in der Packstation nach Größe sortiert und dann gestempelt.
Anders verhält es sich mit den Kartoffeln. Die müssen im Dunkeln gelagert werden und dürfen auf keinen Fall Frost bekommen. „Lagert man Kartoffeln im Licht, werden sie grün“, erklärt Till Bredtmann - und erntet zustimmendes Nicken von einigen Hausfrauen.
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