Erste Bohrungen bilden den Auftakt der Sanierung der Stadtkirche Neviges

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Überrascht waren die mit der Sanierung der Stadtkirche Neviges befassten Personen nicht über das Ergebnis der ersten Probebohrungen: In den vergangenen knapp 700 Jahren wurde so einiges in der Kirche verbaut.

Das macht eine Sanierung so schwierig bzw. aufwändig. Schon seit Jahren ist das Thema Gesprächsstoff in der Gemeinde, immer mehr Risse treten im Mauerwerk auf.
„Es herrscht Handlungsbedarf“, stellt Pfarrer Detlef Gruber fest. Und so rückte kürzlich die Firma Baufeld aus Essen an und nahm auf einer Fläche von fünf mal zwei Metern erste Bohrungen vor, um mehr Informationen über die Substanz der ca. einen Meter dicken Mauern in Erfahrung zu bringen. Das erste so genannte Musterfeld wurde an der Südseite der Kirche, der Wetterseite, angelegt.
Das Ergebnis: „Von Kalkstein über Tuffsteine, Schiefersteine bis hin zu Flickstellen mit Ziegelsteinen traten zu Tage“, sagt Rainers Helfers von der Unteren Denkmalschutzbehörde. Auf Grundlage dieser Schadensdiagnose und einer weiteren Musterfläche soll dann ein Sanierungsvorschlag erarbeitet werden.
Eine grobe Kostenkalkulation liegt bereits vor: rund eine Million Euro wird die Sanierung verschlingen, davon muss die Gemeinde allein 650.000 Euro aufbringen. Pfarrer Gruber hat das ehrgeizige Ziel, 100.000 Euro durch Spenden zu akquirieren. Großspender würden namentlich auf einem Schild im Außenbereich der Stadtkirche genannt.
Der Finanzierungsplan war ins Wanken geraten, als die Stiftung Deutscher Denkmalschutz die zugesicherte Spende in Höhe von 100.000 Euro zurückgezogen hatte.
Nichtsdestotrotz sollen die Arbeiten noch in diesem Jahr beginnen. Das Erscheinungsbild der Kirche wird sich dadurch geringfügig verändern, kündigt Helfers an. „Die Steine werden komplett mit Schlemme überzogen, so dass keine Steinsichtigkeit mehr herrscht. Die Ecksteine an den Streberpfeilern aber bleiben sichtbar.“
In diesen Tagen findet die Untersuchung der Fundamente statt, das zweite Musterfeld folgt.
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