A 44: Großbaustelle an der Stadtgrenze

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Fotos: Bangert
 

Der Bau der A 44 sorgt an der Stadtgrenze Velbert/Heiligenhaus für eine jahrelange Großbaustelle, die jetzt eingerichtet wird.

Autofahrer und Fußgänger zwischen den beiden Städten werden in rund vier Wochen über eine Umfahrung geleitet, die zurzeit nördlich der B 227 gebaut wird. Die alte Fahrbahn verschwindet, dort wird eine rund 15 Meter tiefe Grube ausgehoben. Anschließend wird im heutigen Verlauf der Bundesstraße eine Brücke errichtet, die über die Autobahn verlaufen wird.
Gegenüber der Umfahrung, zwischen dem Möbelhaus Rehmann auf Velberter Seite und den Wasserbehältern in Hetterscheidt, sind jetzt ebenfalls die Bagger im Dauereinsatz. „Hier werden die Arbeitsebenen für die Erstellung der Stützwand hergestellt“, erklärt Olaf Wüllner, Streckenbauleiter bei Straßen NRW. „Bohrgeräte bohren dicht an dicht tief in den tragenden Fels, anschließend werden die Rohre mit einer Bewährung versehen und mit Beton verfüllt, damit die Standsicherheit der Wasserbehälter gewährleistet ist.“ Ende des Jahres sollen diese Arbeiten abgeschlossen sein. Nach und nach wird das Erdreich abgebaggert. „Das anfallende Material bringen wir zu anderen Baustellen, einen großen Teil lagern wir in Erdmieten ein, um es später im Trassenverlauf einzubringen“, weiß Thomas Juda, Polier bei der Firma Heidkamp. „Bevor wir so richtig loslegen können, untersucht der Kampfmittelräumdienst den Boden.“ Im Zweiten Weltkrieg befand sich an dieser exponierten Lage eine Flakstellung.
Bauleiter Wüllner rechnet damit, dass die Brücke im Sommer des nächsten Jahres fertig wird. „In einem weiteren Auftragsvergabeverfahren wird dann die Herstellung der Anschlüsse ausgeschrieben.“
Es zeichnet sich ab, dass das A44-Teilstück zwischen Hetterscheidt und der Ratinger Straße wesentlich früher fertig wird als der westliche Teil zwischen dem Autobahnkreuz Ratingen-Ost und Heiligenhaus. „Es wäre traurig, wenn ein Autobahnstück fertig ist und nicht befahren werden darf. Es wäre sinnvoll, es zu öffnen und so Heiligenhaus vom Durchgangsverkehr zu entlasten“, drückt sich Olaf Wüllner etwas vorsichtig aus.
Die Anwohner der Hofermühle befürchten allerdings ein Verkehrchaos vor ihrer Haustüre, wenn sich noch mehr Verkehr über die Ratinger Straße ergießt, vor allem in der engen Kurve unweit der Bahnüberführung und dem Abzweig zum ehemaligen Bahnhof. „Möglicherweise wird die Situation von Straßen NRW bewusst in Kauf genommen, um mehr Druck für den Weiterbau des östlichen Teilstücks zu erzeugen“, vermutet Margarete Bruckhaus, Schriftführerin der Bürgerinitiative gegen die A 44.
Denn für diesen Bereich ist das Planungsrecht längst nicht in trockenen Tüchern: Die Überlassung von Flächen, die einem Homberger Landwirt zur Existenzsicherung durch das Bundesverwaltungsgericht zugestanden wurde, gefährdet den Lebensraum des bedrohten Steinkauzes. Das anfallende Oberflächenwasser von der Autobahn soll in einem Erdbecken innerhalb der Wasserschutzzone II gesammelt werden. Durch den stark zerklüfteten Untergrund können Schadstoffe ins Trinkwasser gelangen.
„Deshalb sind die Stadtwerke Ratingen gegen die derzeitige Planung“, weiß die Autobahngegnerin. Durch weiteres Abwasser von der Autobahn befürchten die Städte Ratingen und Düsseldorf Hochwasser an der Anger, auch für dieses Problem gibt es noch keine konkrete Lösung.
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Jürgen von der Höh aus Velbert | 21.05.2013 | 11:03  
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