„Die Kinder brauchen uns“

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Dr. Georg Paulus, Heiligenhauser Kinderarzt und Obmann für den Kreis Mettmann beim Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte e.V. macht sich für den Erhalt der kinderärztlichen Notdienstpraxis am Klinikum Niederberg stark.
  Das System der Notdienstpraxen in Nord-rhein wird reformiert. Dies trifft auch den Kreis Mettmann. Für das gesamte Kreisgebiet und die Städte Wuppertal, Solingen, Remscheid soll künftig nur eine Kinder-Notdienstpraxis zur Verfügung stehen mit maximal zwei Dependancen. Und das bedeutet für Eltern weitere Wege. Denn um sein Kind im akuten Krankheitsfall von einem Facharzt außerhalb der regulären Praxis-Öffnungszeiten untersuchen zu lassen, sollen sie in die Praxis nach Wuppertal fahren. Wahrscheinlich wird es eine Zweigstelle oder Dependance in Solingen geben, eine zweite in Velbert wäre möglich... aber ist bei weitem noch nicht gesichert.
„Die Kinderärzte in Velbert und Heiligenhaus wollen die kinderärztliche Notdienstpraxis am Klinikum Niederberg fortführen“, sagt Dr. Georg Paulus, Heiligenhauser Kinderarzt und Obmann des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte im Kreis Mettmann. Allerdings reicht der Wunsch nicht aus.
„Wir stehen vor einer Vielzahl von Problemen“, beklagt der Mediziner. So wurden die Notdienst-Stunden der Ärzte auf 50 bis maximal 75 pro Jahr gedeckelt. „Dafür haben wir in Niederberg im Moment nicht genügend Personal, um den Notdienst aufrecht zu erhalten.“ Hinzu kommt eine Absenkung der Notdienst-Vergütung zu den Zeiten des kinderärztlichen Notdienstes um „30 bis 50 Prozent“, so die Einschätzung des Kinderarztes. Das führe nicht unbedingt zu einer höheren Bereitschaft, mehr Dienste zu leisten.
„Dennoch sind die meisten Kollegen bereit, den Notdienst zu erhalten“, betont Dr. Paulus, und weiter: „Wir sehen das als Service für unsere Patienten. Die Kinder brauchen uns.“
Er empfände es als „fatal, die Velberter Praxis aufzulösen“. Dies hätte zur Folge, dass viele Eltern eben nicht nach Wuppertal zum Notdienst führen, sondern stattdessen die Kinderstation im Klinikum aufsuchten. „Das kann nicht die Lösung sein!“
Eine tragbare Lösung ist denkbar. „Wir befinden uns zur Zeit in Gesprächen.“ Allerdings hätte er sich im Vorfeld „mehr Diskussionsspielraum“ gewünscht. „Jetzt rennen wir einer Lösung hinterher.“ Denn die Reform könnte schon Ende 2015 in Kraft treten.
Für eine Dependance in Velbert spricht, dass die Praxis an eine Kinderklinik angeschlossen ist. Als wahrscheinlich gilt, dass der kinderärztliche Notdienst in Langenfeld aufgegeben wird, um den in Ratingen wird zurzeit noch gekämpft. Allerdings stehen die Chancen nicht sehr gut, da dieser Notdienst nicht an eine Kinderklinik angeschlossen ist.

Widerstand im Netz:
-Auf Facebook formiert sich Widerstand gegen die mögliche Schließung des kinderärztlichen Notdienstes in Velbert.
-Andrea Schäfer und Melanie Cetinkaya haben eine Gruppe gegründet: „Wir sind gegen die Schließung der Notarztpraxis Velbert-Ratingen-Mettmann“. Darin werden Aktionen geplant, so zum Beispiel eine Online-Petition an die Ärztekammer. Außerdem werden ab Montag Unterschriftenlisten in Kinderarzt-Praxen, Kitas, Schulen und Apotheken ausgelegt. Auch der Sozialausschuss der Stadt Velbert wird informiert und soll das Thema in der März-Sitzung auf die Tagesordnung nehmen, so die Initiatorinnen.
-„Ich hoffe, dass wir alle zusammen was erreichen können“, heißt es in der Gruppenbeschreibung.
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2 Kommentare
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Kerstin Weiss aus Velbert | 21.02.2015 | 14:19  
7
Ingrid Schween aus Velbert | 26.02.2015 | 16:23  
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