Das Drillings-Bündnis

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Unzertrennliches Trio (von links): Die Drillinge Julia, Laura und Annabel Wichlacz. WB-Fotos: Bernhard W. Pleuser
  Herne: Familie Wichlacz |

Sie haben den Kindergarten Florastraße gemeinsam besucht, die Laurentius-Grundschule und schließlich das Gymnasium Wanne: Die Drillinge Julia, Laura und Annabel Wichlacz sind gemeinsam stark.

„Wir sind beste Freundinnen“, sagt Laura lächelnd, „das merkt man auch an unseren Hobbys: zuerst Aerobic und Modern Dance, danach lateinamerikanische und Standard-Tänze und schließlich rein in den Fitnesskurs – alle zusammen, sonst macht es uns keinen Spaß!“

Das gilt auch für die Arbeit: Noch bis heute Nacht kellnern die drei bei Steinmeis-ter auf der Cranger Kirmes. Laura und Annabel hatten dort schon zur Probe Gläser gestemmt, bis die Frage auftauchte: „Ja, wo ist denn die Dritte?“ Also machte Julia mit – ohne Testlauf.

Schreibtische dicht an dicht

Während der Schulzeit haben sich die drei hübschen jungen Frauen stets gerne unter die Arme gegriffen: Julia ist stark in Mathe, Laura die Frontfrau für Latein, und Annabel die Instanz für Englisch. In der elterlichen Wohnung stehen ihre drei Schreibtische nebeneinander. „Da haben wir uns manchmal gegenseitig ganz schön aufgemuntert“, erinnert sich Annabel, „ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, alleine zu lernen.“

Ihre individuelle Arbeitsweise schätzen die Drillinge sehr realistisch ein. Annabel sagt von sich, sie sei „ein bisschen faul“, Laura übernimmt im Trio die Rolle der Perfektionistin („mit To-Do-Listen“), und Julia ist „ein bisschen verträumt“, sie hat eine sehr kreative Ader.

Abitur mit 1 und 1,2


Das Abitur haben Laura und Annabel schließlich mit einer glatten Eins abgelegt, Julia mit 1,2.

Im Gymnasium kam es mitunter zu kuriosen Situationen. „Ein Lehrer mochte einer von uns keine Eins minus geben, denn das sei ungerecht gegenüber den beiden Schwestern. Also haben wir alle eine Zwei plus bekommen“, erzählt Annabel schmunzelnd.

Julia profitierte davon, dass sie in Religion häufig mit ihrer Schwester Laura verwechselt wurde – also durften sich beide über eine Eins freuen. „Aber eigentlich hätte ich nur ‚befriedigend‘ verdient gehabt“, räumt die ehrliche Julia ein.

Dabei lassen sich die Drillinge eigentlich ganz gut auseinander halten – wenn man sie alle vor sich sitzen hat. Hört man sie am Telefon, könnte es schon schwieriger werden: „Sogar die Oma kann unsere Stimmen nicht von-einander unterscheiden“, verrät Julia, die sich schon auf das gemeinsame Campen in Holland freut. Zu fünft – die Freunde von Laura und Annabel kommen auch mit – steuert man Zelt, Hütte und Wohnwagen an, um sich vom Crange-Stress zu erholen.

Gelernt wird zu Hause

Nach dem Urlaub wird Julia in Bochum die Hochschule für Gesundheit besuchen und sich mit Physiotherapie beschäftigen. Laura studiert an der Ruhr-Uni Psychologie, Annabel Medienwissenschaften und Englisch. Gelernt wird zu Hause – wie gehabt.

Aber irgendwann, das ist den jungen Frauen sonnenklar, kommt die Trennung – sei es aus beruflichen oder privaten Gründen. Schon jetzt steht felsenfest: „Wir wollen auch dann unsere Geburtstage immer gemeinsam feiern, und unsere Kinder sollen den bestmöglichen Kontakt zu ihren Tanten haben.“ Das verkünden alle drei unisono.

Aber bis dahin sind es ja noch ein paar Tage . . .
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