BZB-Dependancen in Düsseldorf, Krefeld und Wesel klagen: Lehrlingsschwund im Baugewerbe

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Die Lehrlinge in Düsseldorf, .... (Foto: privat)

Das Projekt „Berufsstart Bau“ der Bildungszentren im Baugewerbe (BZB) geht in die zweite Runde und soll Abhilfe leisten. Hierbei werden diesmal auch gezielt jugendliche Flüchtlinge angesprochen, die an einer Ausbildung im Bau interessiert sind.

Am 14. September hat das neue erste Ausbildungsjahr in den BZB die überbetriebliche Praxisunterweisung begonnen. Insgesamt starteten 214 Jugendliche ihre berufliche Zukunft im Bauhauptgewerbe.

94 junge Männer und eine junge Frau verteilen sich auf acht verschiedene Gewerke des Bauhauptgewerbes im BZB Krefeld. Im Vergleich zu den Vorjahren zeichnet sich eine deutlich absteigende Tendenz ab_ minus 12 Prozent im Vergleich zu 2014 und sogar minus 26 Prozent gegenüber dem Jahr 2013.
Im BZB Düsseldorf fingen am Montag 69 Jugendliche, im BZB Wesel 56 Jugendliche ihre Ausbildung im Bauhauptgewerbe an.

In der Pressemitteilung heißt es: Erfreulich ist die hohe Zahl der Dachdecker, die im BZB Wesel mit 85 Lehrlingen ins erste Lehrjahr gestartet sind. Auch bei den Maurern ist im gesamten BZB im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von 12 Prozent zu verzeichnen.

In einigen Gewerken ist nach lehrlingsstarken Jahren der Abwärtstrend jedoch sehr deutlich zu spüren. Das sind zum einen die Zimmerer mit minus 25 Prozent und zum anderen die WKS-Isolierer (Wärme-, Kälte-, Schallschutzisolierer) mit minus 40 Prozent. Das ist dramatisch! Und das obwohl die Konjunktur in der Bauwirtschaft im zweiten Jahr hintereinander sehr gut ist.

Es ist zu spüren, dass die Jugendlichen sich weniger für das Handwerk interessieren. Das nachlassende Interesse zeichnete sich in diesem Jahr auch deutlich bei den BZB Baujobcastings, auf Ausbildungsmessen und bei Berufsberatungen ab.
Nachdem man in den letzten sechs Jahren erfolgreich Baujobcastings durchführen konnte, fiel es in diesem Sommer erstmalig aus, weil es keine Jugendlichen gab, die mitmachen wollten!

Viel Hoffnung und Arbeit wird nun in das im Oktober wieder anlaufende Einstiegsqualifizierungsprojekt „Berufsstart Bau“ gesetzt. In diesem durch die Tarifvertragsparteien der Bauwirtschaft kofinanzierte Projekt haben Jugendliche, die bisher keine betriebliche Ausbildung antreten konnten, die Chance, über ein betreutes Langzeitpraktikum in einem Betrieb, Qualifizierung und Stütz- und Förderunterricht im BZB in eine betriebliche Ausbildung „hineinzuwachsen“ und 2016 dann die Ausbildung zu beginnen. In den letzten zwei Durchgängen wurden von 19 Teilnehmern immerhin 10 in eine betriebliche Ausbildung übernommen.

Besonders interessant wird der diesjährige Durchgang, da auch motivierte Flüchtlinge teilnehmen können. Dafür werden die BZB in den nächsten Wochen zum einen verstärkt Betriebe ansprechen, die sich engagieren wollen und zum anderen mit den Flüchtlingshilfen in der Region in Kontakt treten, um die betrieblichen EQ Plätze zu besetzen.

Weitere Infos unter http://www.dm-bauhandwerk.de und http://www.bzb.de.
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