Gelungener Festakt zur Ehrenamtspreisverleihung im Rathaus 2017

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Ein gelungener Vormittag im Ratssaal am 9.12.2017 ehrte neben weiteren verdienten Preisträgern auch die Projektleiterin des Stadttaubenprojektes Wesel, Silja Meyer-Suchsland. In Ihrer kurzen Rede sprach diese ihren Mitarbeitern, Unterstützern, Sponsoren sowie insbesondere der Stadt Wesel ihren Dank aus für die Hilfe seit 2010.  

Die Vorschlagsbegründung von Frau Dagmar Ewert-Kruse (Vorsitzende der Initiative Historisches Rathaus) vom August 2017 lautete wie folgt:

"Ehrenamtspreis 2017 –
vorgeschlagen wird Frau Silja Meyer-Suchsland

Begründung:

Frau Meyer-Suchsland hat seit 2010 in Eigeninitiative bis heute auf der Basis von akquirierten Spendengeldern drei große Stadtaubenhäuser in Wesel errichten lassen, um der menschgemachten Stadttaubenplage auf den Plätzen und insbesondere in der Fußgängerzone Herr zu werden. Durch den Eiaustausch in den Häusern kommen jährlich rund 1200 neue Tauben erst gar nicht auf die Welt.

Zusätzlich zu der Koordination der täglichen Arbeit rund um die Stadttaubenhäuser ist Frau Meyer-Suchsland telefonisch Ansprechpartner für Immobilienbesitzer und Bürger, die Anliegen rund um Tauben haben (verletzte Tauben, Beratung in Sachen Vergrämung usw.).

Erläuterung der ehrenamtlichen Arbeit:

Frau Silja Meyer-Suchsland (45) setzt sich seit 2010 für die tierschutzgerechte Reduzierung der Weseler Stadttauben ein.

Eine tierschutzgerechte Reduktion von verwilderten Tauben in der Stadt lässt sich nur folgendermaßen durchführen:
Mit Hilfe ihres gemeinnützigen Vereins „Stadttaubenprojekt Wesel-Hamm e.V.“ lässt Frau Meyer-Suchsland artgerechte Unterkünfte in Form von Taubenhäusern errichten. Dafür müssen im Vorfeld mit großem Einsatz geeignete hochgelegene Standorte gesucht werden. In diesen Häusern werden die Tauben durch Futter angelockt; sie akzeptieren nach einiger Zeit diesen Ort als ihre anzufliegende Unterkunft (Felsenbrüter). Über diesen Kunstgriff hat sie diese Tiere nunmehr unter Kontrolle - und zwar bezüglich ihrer sehr fruchtbaren Vermehrung und der Ausscheidungen nach dem Fressen. Dazu sucht Frau Meyer-Suchsland ehrenamtlich auch die tätigen Helfer, die sie für die regelmäßige Versorgung, Kontrolle und Reinigung der Taubenhäuser anlernt und einsetzt.

Sowohl für den Bau als auch für das tägliche Betreiben der inzwischen drei Taubenhäuser
(Parkdeck Kaufhof; Kläranlage Rhein; Taubenraum im Domviertel) sammelt Frau Meyer-
Suchsland jedes Jahr die dazu erforderlichen Gelder ein, indem sie Firmen, Geschäfte sowie Bürgern von Wesel von dem Projekt überzeugt.

Dank der Taubenhäuser können so pro Jahr rund 1.200 Eier gegen Kunsteier ausgetauscht, sowie kiloweise Kot entsorgt werden. Dieser Kot wäre ohne diese Taubenhäuser in weit größerem Ausmaß auf Gebäuden, Balkonen, Markisen usw. zu finden. Damit leistet Frau Meyer-Suchsland einen unermüdlichen Einsatz für den gewünschten und notwendigen Interessenausgleich zwischen Gebäudeinhabern und Bürgern mit ihrem Wunsch nach effektivem Gebäudeschutz – und den Stadttauben, die eigentlich Haustauben sind, und die sich der Mensch mit ihrem angezüchteten hohen Brutverhalten jahrhundertelang zu Nutze machte.
Denn nachdem dies schon seit ca. 100 Jahren gesellschaftlich nicht mehr gewünscht war,
verwilderten die Haustauben und leben als Felsenbrüter lieber in Städten als auf dem Land.

Frau Meyer-Suchsland bietet zudem eine Notfallrufnummer für verletzte oder gestrandete
Stadttauben und Brieftauben an, die von verzweifelten Bürgern rege genutzt wird.

Dass diese gesamte Arbeit ausgesprochen sinnvoll ist hat sich gezeigt, als durch die Verlegung des Taubenhauses im Hafengebiet (vom RWZ-Gebäude zur Kläranlage) die bereits vom Großen Markt weg gelotsten Tiere sich wieder dorthin zurück orientierten.

An der Fassade des gotisch-flämischen Rathauses konnte man durch die sich in den Verzierungen niedergelassenen Tieren deutliche Schmutzspuren entdecken. Seit der Eingewöhnung der „Markttiere“ in das neue Stadttaubenhaus auf dem Gelände der Kläranlage hat sich das Problem deutlich sichtbar verringert.

Daher sollte Frau Meyer-Suchsland diese Anerkennung für die erfolgreiche lange Zeit ihres Wirkens für die Stadt und ihre Bürger erhalten.

Dagmar Ewert-Kruse, 14. Aug. 2017".
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