Kreisgrüne vor Ort: Beim Milchbauernhof der Familie Leuchtenberg in Neukirchen-Vluyn

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  Die Lage der deutschen Milchbauern spitzt sich weiter zu. Die Preispolitik in der Branche ist hart. Weil es zu viel Milch auf dem Markt gibt, drückt der Einzelhandel den Milchpreis immer weiter. Damit sind auch andere Milcherzeugnisse wie Butter und Sahne günstig wie nie. Was manche VerbraucherInnen begrüßen mögen, bringt die Milchbauern und -bäuerinnen in eine wirtschaftliche Katastrophe. Für nicht wenige Höfe ist die Milchwirtschaft heute nahezu ein Verlustgeschäft und ein Ende der Krise ist derzeit nicht in Sicht. Die Milchbauernhöfe sind gezwungen, viel zu produzieren, um ihre Kosten zu decken. Dadurch bringen sie noch mehr Milch auf den Markt, die dann wiederum den Preis weiter nach unten drückt.

Gesunde Nahrungsmittel auf den Tisch

Hubert Kück, Fraktionssprecher der Grünen im Kreistag Wesel: „Wir Grünen sind stolz auf unsere niederrheinische Kulturlandschaft, die geprägt ist durch landwirtschaftliche Nutzung. Die nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft trägt zum Erhalt der Landschaftsvielfalt im Kreis Wesel bei. Um den Erhalt der hiesigen Betriebe zu gewährleisten, setzen wir uns u.a. ein für nachhaltige Konzepte wie Vermarktung ab Hof und Regionalvermarktung. Bei der Landwirtschaftspolitik stehen für uns das Tierwohl und die hohe Qualität der Produkte im Vordergrund. Die wirtschaftliche Entwicklung auf dem Milchmarkt verfolgen wir mit großer Besorgnis, weshalb wir uns selbst ein Bild machen wollten“.

24 Cent pro Liter Milch

Durch einen Besuch unserer Grünen Kreistagsfraktion und Grüner Mitglieder aus Neukirchen-Vluyn und Moers beim Paschenhof in Neukirchen-Vluyn sind wir mit Betroffenen ins Gespräch gekommen und haben einen tieferen Einblick in die wirtschaftliche Situation der Milchbauernhöfe erhalten. Für Johannes und Franka Leuchtenberg, Milchviehhalter und Inhaber des Paschenhofs, ist es dramatisch, dass sie für einen Liter Milch aktuell nur noch circa 24 Cent erhalten. Sie hoffen darauf, dass sich der Milchpreis in Zukunft wieder ein für ihren Betrieb auskömmliches Niveau entwickelt. Aufgeben möchte die Familie nicht, aber Johannes Leuchtenberg sagte, dass er seinen Kindern in Zukunft wohl davon abraten werde, den Familienbetrieb weiterzuführen.

Gerrit Korte, Geschäftsführer der Kreisbauernschaft, nahm ebenfalls an dem Treffen teil. Er nährte die Hoffnung der Leuchtenbergs auf einen baldigen Preisanstieg, indem er darauf hinwies, dass es seit den 70er Jahren schon mehrfach Probleme mit Überproduktionen in der deutschen und europäischen Landwirtschaft gegeben hatte.

Reduzierung der Menge ist der beste Weg

Wir Grünen sind der Ansicht, dass Strukturen geändert werden müssen, um die Krise in den Griff zu bekommen. Da der Markt übersättigt ist, muss die produzierte Milchmenge reduziert werden. Die negative Preisspirale auf dem Milchmarkt muss gestoppt werden.

Was Einzelne tun können

Wir nutzten die gestrige Gelegenheit auch dazu, die Rolle der VerbraucherInnen zu diskutieren. Durch die Nutzung einer Milchtankstelle beispielsweise, wie sie die Familie Leuchtenberg am 25. Mai 2016 in Betrieb nahm, können VerbraucherInnen selbst Einfluss nehmen. Helga Franzkowiak, kritische Verbraucherin und Mitglied der Grünen im Kreistag, meint dazu: „Wenn regionale Produkte angeboten werden, sollte man auch zugreifen, egal ob im Geschäft oder wie hier am Automaten. Man muss nicht immer zum Bauernhof fahren, um sich mit Milch zu versorgen, aber gelegentlich sollte man das ruhig machen. Wer regionale Milch zu fairen Preisen kauft, tut den Milchbauern etwas Gutes und sich selbst das Beste.“
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Fritz van Rechtern aus Neukirchen-Vluyn | 01.06.2016 | 17:41  
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