Eine Menge Potential

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Man hat schon Pferde... auf einem Balkon stehen sehen! Die Urban School organisierte Street-View-Aufnahmen in der Bahnhofstraße mit etlichen Events. (Foto: baza)
Witten: Bahnhofstraße | Kunstperformanz verwandelte untere Bahnhofstraße

Lebendig und verrückt war der "And Action!-Day" der Urban School auf der unteren Bahnhofstraße. Auf dem Sorgenkind der Ruhrstadt herrschte plötzlich hektische Betriebsamkeit. Passanten blieben neugierig stehen und ließen sich spontan zum Mitmachen einladen.

Zu Gast war das "Raumlabor" Berlin und ein Dutzend Studenten der Universität Witten Herdecke (UWH) mit einer Performance-Installation. Mit Hilfe eine mobilen Fotomaschine und coolen Ideen entstand für ein paar Stunden ein "etwas anderes" Bild der Innenstadt.
Da schlängelt sich ein kopfloser, chinesischer Drachen durch die Fußgängerzone. Das Pferd von Pippi Langstrumpf hat sich auf einen Balkon verirrt und knabbert an den Geranien. Eine junge Frau surft mit ausgebreiteten Armen dem Himmel entgegen. Drumherun wuseln die Akteure - hantieren mit Kabeln, rufen sich Kommandos zu und setzen die Fotomaschine in Bewegung.
Für Sabine Zahn, Choreographin vom Raumlabor, geht es bei der Aktion um mehr als nur Kunst. "Wir möchten mit den Menschen ins Gespräch kommen und so herausfinden, was in der Straße möglich wäre", betont sie zwischen zwei Sequenzen. Dem pflichtet Mitstreiter Benjamin Foerster-Baldenius bei: "Durch die Mitmach-Aktion haben die Bürger selbst die Möglichkeit, ihre Straße darzustellen. Und gerade in diesem Straßenabschnitt steckt jede Menge Potenzial."
So hat ein Friseur seinen Sessel vor die Tür geschleppt und bedient seine Kunden unter freiem Himmel. Vor einem anderen Geschäft steht ein kleiner Streichelzoo aus riesigen Steiff-Tieren - Eisbär und Zebra halten geduldig still. Ein paar Schritte weiter malen Kinder unter Opas Aufsicht lustige Bilder aufs Pflaster.
Präsentiert wurden die "Steet-View-Ergebnisse" in einem begehbaren Fototunnel vor dem Ladenlokal an der Bahnhofstraße 48. Auf langen Fotostreifen hingen die 180-Grad-Ansichten dieser etwas "schrägen" Kunstaktion. So wurde aus dem tristen Bahnhofstraßen-Alltag im Handumdrehen ein spannendes Abenteuer. Ein Lichtblick für das ungeliebte Sorgenkind.

(Text: Barbara Zabka)
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