ERASMUS feiert Geburtstag

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v. l.: Petra Günther (Akademisches Auslandsamt, Universität Duisburg-Essen), Alicia Oberhauser (Präsidentin der deutschen Sektion "Erasmus Student Network"), Professor Dr. Matthias Otten (Fachhochschule Köln), Dr. Carsten Rensinghoff (ehemaliger ERASMUS-Student), Barbara Hasenmüller (International Office, Universität Bremen) (Foto: Katja Krohn)
Hoch her ging es am 14. und 15. Juni 2012 in der Stadthalle in Bonn-Bad Godesberg. An diesen beiden Tagen feierte ERASMUS, ein gemeinschaftliches Aktionsprogramm zur Förderung der Mobilität von Hochschulstudierenden, seinen 25. Geburtstag. Als Studierender war Dr. Carsten Rensighoff, der mit den gravierenden Folgen einer schweren Hirnverletzung nach Straßenverkehrsunfall vom 28. Februar 1982 lebt, 1991 der erste behinderte ERASMUS-Student. Der damals an der Heilpädagogischen Fakultät der Universität zu Köln das Lehramt für Sonderpädagogik Studierende absolvierte sein dreimonatiges Auslandsstudium in Liverpool. Vor seiner Abreise stieß er auf viel Skepsis und Unverständnis: Ein Behinderter im Ausland - wie kann das gut gehen? Aber es ging gut! Rensinghoff wollte im vierten ERASMUSjahr anderen Behinderten zeigen und auch seinen Skeptikerinnen und Skeptikern beweisen, dass auch Behinderte mobil sein können. In Liverpool besucht er an zwei Tagen pro Woche Seminare an der Liverpool Polytechnic - School of Education and Community Studies. In der Schule für Kranke des Alder Hey Children's Hospital absolvierte er an drei Tagen in der Woche ein Praktikum. Hier erteilte er auf der orthopädschen Station Unterricht am Krankenbett.

Für behinderte Studierende bietet das Auslandsstudium unter Umständen dann doch eine Chance, sich auf dem - für behinderte Akademikerinnen und Akademiker sehr verschlossenen - deutschen Arbeitsmarkt zu bewähren. Auf jeden Fall ist das Auslandsstudium eine lohnenswerte Erfahrung! Dies, so Rensinghoff, sollten idealerweise behinderte Menschen mit Auslandserfahrungen zukünftigen behinderten Studieninteressierten in Schulen oder behinderten Studierenden in Seminarveranstaltungen an Akademien, Hochschulen und Universitäten vermitteln. Auch hier greift Peer Counselling/Support - also die Beratung Behinderter durch Behinderte, die eben die Auslandserfahrungen gemacht haben - in jedem Fall besser als jede Informationsveranstaltung mit möglichen Horrorszenarien durch nichtbehinderte Menschen.

Anlässlich der Jubiläumstagung moderierte Dr. Matthias Otten, Professor am Institut für Interkulturelle Bildung und Entwicklung der Fachhochschule Köln, einen Workshop zum Thema "Diversity to go? Inklusion und Interkulturalität als Herausforderungen europäischer Bildungsmobilität." Hier diskutierte der Moderator mit Petra Günther, Barbara Hasenmüller, Alicia Oberhauser, Dr. Carsten Rensinghoff und der etwa 40-köpfigen Hörerinnen- und Hörerschaft über die strategischen und praktischen Herausforderungen der Inklusion sowie die diesbezügliche Rolle der International Offices.
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