Großes Mitmachprojekt auf dem Rathausplatz

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Bis zum Mittwoch können die Wittener mitten in der Stadt gemeinsam malen und musizieren. Jonas Heinevetter, Matthias Koch, Mohammed Kahled, Hans-Peter Skotarzik, Sebastian Schopp, Nidia Batista, Odai Mzarzaa, Moritz Kuschel und Norbert Henke (v.li.) sind dabei.

Seit dem heutigen Montag und bis zum kommenden Mittwoch, 12. Oktober, können alle Wittener mitten in der Stadt gemeinsam malen und musizieren. Wer hat sich das wohl ausgedacht? Und warum?

Auf dem Rathausplatz soll ein großes buntes Bild aus Kreide entstehen, dazu gibt’s passende Musik, natürlich handgemacht. Wer nur zugucken oder ein Päuschen machen möchte, kann sich auf den herbeigeschafften Sofas niederlassen, gemütlich Tee trinken und die Wohnzimmeratmosphäre an der frischen Luft genießen.
Hinter dem Mitmachprojekt, das den etwas sperrigen Titel „Records and Streetpainting for Annen“ trägt, stecken verschiedene Institutionen – überwiegend aus Wittens größtem Stadtteil. Kreativer Kopf des Ganzen ist der Künstler Jonas Heinevetter vom Atelier Himmelstropfen. Die Idee, „etwas Schönes und Einzigartiges auf die Beine zu stellen“ stammt von Sebastian Schopp, der die DRK-Integrationsagentur leitet. „Der Rathausplatz soll zu einem offenen Ort der Begegnung werden, an dem wir die kulturelle Vielfalt der Stadt feiern wollen“, erklärt Schopp. Deshalb sollen auch viele Flüchtlinge dabei sein.
Drei von ihnen hat Sebastian Schopp über seinen Job persönlich kennengelernt – sie wollten ehrenamtlich beim DRK helfen –, „doch inzwischen sind wir Kumpel“. Odai, Hassan und Mohammed kommen aus Syrien. Sie sind zwischen 20 und 26 und etwa ein Jahr in Deutschland. Mohammed zum Beispiel hat in Damaskus orientalische Musik studiert und wird auf dem Rathausplatz für entsprechende Klänge sorgen.

„Ganz cool und ganz wichtig“


„Ganz cool und ganz wichtig“, findet Odai das ungewöhnliche Projekt. Auch Nidia Batista vom Förderzentrum Sprache und Beschäftigung, das seinen Platz im Celestian-Bau am Markt hat, gefällt, was da gleich nebenan passieren wird. Rund 60 Flüchtlinge betreut das Zentrum „und die wollen alle mitmachen“, stellt sie in Aussicht.
Die Stadt habe ebenfalls sehr positiv reagiert und den Veranstaltern keine Steine in den Weg gelegt, so Schopp. Das Wichtigste für ihn und seine Mitstreiter: „Dass viele Menschen zusammenkommen und sich einbringen“ – mit Malerei, Musik, Poesie, Gesprächen. Beteiligen könne sich die Oma, die gerade vom Einkaufen kommt, ebenso wie der kleine Junge, der nur ein bisschen auf dem Boden rumkritzelt. „Spontaneität ist wichtig“, sagt Heinevetter. Und dass die Menschen gemeinsam etwas tun.

Filmdoku und ein goldenes Buch


Weil das Kreidekunstwerk zum Schluss leider wieder vom Boden verschwinden muss, wird das Ganze filmisch dokumentiert und zu einem späteren Zeitpunkt – eventuell im Dezember – im Jugendzentrum Famous gezeigt. Was noch bleibt: ein goldenes Buch, in das sich jeder eintragen darf.
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