Nach 37 Jahren Jugendarbeit ist Schluss - Gerd Kinski geht in Rente

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Gerd Kinski hat künftig mehr Zeit für seine Hobbys.

Er war vor 18 Jahren maßgeblich am Aufbau des Wittener Kinder- und Jugendparlaments beteiligt und ist seit 37 Jahren aktiv in der Wittener Jugendarbeit: Gerd Kinski, der am 13. Juli in den wohlverdienten Ruhestand geht.

1978 kam der gebürtige Essener nach Witten, und trat den Posten als Leiter im Haus der Jugend an der Nordstraße an. „Die Stelle war ausgeschrieben, und da sie mir zugesagt hat, habe ich mich beworben und wurde genommen“, sagt Gerd Kinski. Später wechselte der Sozialpädagoge, der längst nach Witten gezogen war, zum Jugendamt und war dort unter anderem für den Jugendschutz, den Spielbus und auch für die Ferienspiele verantwortlich.
Und bei denen wurden neue Wege auch bei der Finanzierung beschritten. „Die Idee war, ein zweites finanzielles Standbein bei der ­Finanzierung durch Sponsoren zu schaffen“, erzählt Gerd Kinski. „Ich habe den Satz meines damaligen Vorgesetzten noch im Ohr: ‚Als Stadt gehen wir nicht betteln.‘“
Schließlich wurde aber doch „gebettelt“. Und das mit Erfolg. Bereits im ersten Jahr kamen mehr als 50 000 D-Mark zusammen, die dazu verwendet wurden, neue attraktive Angebote bei den Ferienspielen zu schaffen und bestehende auszuweiten. Mittlerweile sitzt das Geld bei vielen Sponsoren nicht mehr so locker, was der Grund dafür ist, dass das Programm über die Jahre wieder zurückgefahren werden musste.
Seinen (noch) aktuellen Job beim Wittener Kinder- und Jugend-Parlament, ­Kijupa, das 1997 mit der Maßgabe gegründet wurde, die Interessen von Kindern und Jugendlichen in Witten überparteilich und unabhängig zu vertreten, trat Gerd Kinski mit dessen Gründung an. Und auch hier brachte er viele Dinge ins Rollen. Zunächst ging er in Wittener Schulen, um das Interesse der Kinder und Jugendlichen zu wecken, um sich anschließend gemeinsam mit ihnen diversen Aufgaben zu widmen. So war das Kinder- und Jugendparlament maßgeblich dafür verantwortlich, dass 2003 an der Stockumer Straße der erste Zebrastreifen in Witten errichtet wurde.
Nach fast 20 Jahren kann das Kinder- und Jugendparlament auf zahlreiche Projekte und Projektbeteiligungen, Aktionen, die Eröffnung von Jugendzentren oder das Neuerrichten und Sanieren von Spielflächen zurückblicken.
„Es hat mir immer unglaublich viel Spaß gemacht“, bilanziert Gerd Kinski, „und ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Es ist schade, dass die Zeit zu Ende geht, aber jetzt habe ich endlich mehr zeit für meine Hobbys.“ Zu denen zählt der 63-Jährige Fahrrad fahren, an seinem Oldtimer zu basteln, seine Karriere als Fußballtrainer weiter zu verfolgen und das Reisen.
Die langjährige Arbeit mit Jugendlichen hat auch in Gerd Kinskis Privatleben ihre Spuren hinterlassen, wie er sagt: „Ich bin öfter mit Jüngeren als mit Gleichaltrigen zusammen. Bei vielen Leuten meines Alters merke ich, wie festgefahren vieles bei ihnen ist, und sie kommen mir unglaublich alt vor.“
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