Auf ein Wort: Wie süß, ein Osterlamm - Eine gesegnete Karwoche wünscht Pfarrerin Adelheid Neserke

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Adelheid Neserke
Witten. In dieser Zeit finden wir es in den Bäckereien: das Osterlamm, gebacken aus luftigem Rührteig oder als Hefegebäck zum Reinbeißen. Auch in den Gottesdiensten rund um Karfreitag und Ostern taucht es auf und in vielen Gemeinden auch noch in jedem Abendmahlsgottesdienst. Hier kennen wir das Lämmchen als „agnus dei“ und singen „Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt“. Dabei hat das Lamm nicht die Funktion des Sündenbockes, der für alles verantwortlich gemacht wird, dem man seine Fehler und Sünden auflädt und ihn dann buchstäblich in die Wüste schickt. Das Lamm, jung und schneeweiß, steht für Unschuld und Gewaltlosigkeit. Im Judentum gehört es in die Pessachliturgie und schützt mit seinem Blut vor dem Racheengel Gottes.

Wie können wir es heute verstehen? Vielleicht so: In Jesus Christus, den die Menschen ans Kreuz nagelten, erträgt Gott die Welt. Gott erträgt den Giftgasangriff in Syrien, den Anschlag in der U-Bahn in St. Petersburg, die ungleiche Verteilung des Reichtums in der Welt, die Schändung der Natur durch die Gier der Menschen und … und … und ... Gott erträgt die Gottvergessenheit am Kreuz und zeigt an in Jesu Auferstehung an Ostern, dass Sünde, Gewalt und Tod nicht das letzte Wort haben. Das Geschehen von Ostern lässt uns auf(er)stehen. Aufstehen und den Sieg des Lebens feiern. Aufstehen und dem Unerträglichen entgegenstehen, Widerstand leisten und Paroli bieten. Hätten Sie gedacht, dass das alles in so einem süßen Osterlämmchen stecken kann? Adelheid Neserke
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