Testen statt Tanzen
Ein Einblick in den Ablauf im Testzentrum in der Werkstadt Witten

Stäbchen rein, getestet sein: Yannik Hosang und seine Kollegen vom DRK und ASB testen seit Mitte März im Corona-Testzentrum in der Werkstadt. Bis zu 600 Testungen am Tag werden dort mittlerweile vorgenommen.
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  • Stäbchen rein, getestet sein: Yannik Hosang und seine Kollegen vom DRK und ASB testen seit Mitte März im Corona-Testzentrum in der Werkstadt. Bis zu 600 Testungen am Tag werden dort mittlerweile vorgenommen.
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Haben Sie sich bereits in einem der Testzentren in Witten testen lassen?

Mehr als einen Monat ist das Corona-Testzentrum in der Werkstadt, Mannesmannstraße 6, nun für Bürger von Witten zur Stelle. Wie genau es vor Ort abläuft, haben wir uns nun für Sie genauer angeschaut.

Das einzig städtische Testzentrum wird in Kooperation von DRK und ASB betrieben. "Es gilt, die Pandemie zu bekämpfen", erklärt Martin Wylich vom DRK. "Da ist es egal, unter welchem Fähnchen man segelt."
Die Menschen finden aus verschiedenen Gründen den Weg ins Testzentrum: Manche benötigen den Negativ-Nachweis zum Shoppen, andere kommen auch, um sicher zu gehen, dass sie die Selbsttests zuhause richtig anwenden können. Um die Ostertage herum war das Testzentrum stark frequentiert: "Da standen die Leute bis zur Ardeystraße", erzählt Wylich weiter. Da man den Andrang erwartet hatte, war auch mehr Personal vor Ort.
Je nach Uhrzeit oder Tag muss man mit unterschiedlichen Wartezeiten rechnen. Das Besondere ist hier nämlich, dass man ohne Anmeldung vorbeikommen kann - das hat sich bisher bewährt. Wer nicht gut zu Fuß ist, hat die Möglichkeit, in einem abgesonderten Bereich auf seinen Abstrich zu warten.

Zufahrt nur über Dortmunder Straße

Bevor es aber ans Testen geht, muss man erstmal ankommen. Für alle Autofahrer vorweg die Info: Die Zufahrt zu den Parkplätzen ist nur über die Dortmunder Straße möglich, es gilt Einbahnstraßenverkehr.
Den Zutritt zum Testzentrum erhält man selbstverständlich nur mit Maske. Nachdem die nötigen Formulare ausgefüllt wurden und die Identität mit dem Personalausweis überprüft wurde, kann es auch schon weitergehen. Pfeile und Absperrbänder weisen einem den richtigen Weg und sorgen für Mindestabstand. Ein Mitarbeiter vom DRK oder ASB nimmt erneut die Unterlagen in Augenschein, bevor es dann Richtung Disko geht. Dort wird zur Zeit nicht getanzt, sondern sind die insgesamt vier Kabinen aufgebaut, die je nach Auslastung auch zum Testen genutzt werden.
An diesem Tag ist es relativ ruhig, zwei ausgebildete Kräfte sind für die Abstriche zuständig. Beide sind geschützt durch Handschuhe, Kittel, Maske und Visier. "Das erste Mal lasse ich den Test bei mir selbst machen, wenn ich ausbilde", erzählt Wylich. Klar ist auch: Wer hier arbeitet, hat den Dreh schnell raus. 50 bis 80 Abstriche macht ein Mitarbeiter am Tag.
Es geht zügig voran, wer aufgerufen wird, nimmt in einer Kabine Platz. Ob man mit dem Testverfahren vertraut ist, fragt Rettungssanitäter Yannik Hosang und erklärt das Vorgehen. Im Testzentrum in der Werkstadt wird - von wenigen Ausnahmen abgesehen - der Abstrich in der Nase vorgenommen, der präziser sei. Aber: "Wer mag kann eine Präferenz abgeben, welches Nasenloch bevorzugt wird", witzelt Martin Wylich.

Testergebnis positiv - und dann?

Angenehm ist das Stäbchen in der Nase zwar nicht, dafür ist das Prozedere schnell vorbei. Yannik Hosang und seine Kollegen verteilen die Proben auf den Teststreifen. Der Getestete wartet nun vor der Werkstadt auf sein Ergebnis - zehn Minuten braucht der Test.
Etwa ein Prozent der Besucher werden positiv getestet - es geht eine Meldung ans Gesundheitsamt, das einen PCR-Test anordnet. Die Mitarbeiter vor Ort dürfen zwar keine Quarantäne verhängen (das kann nur das Gesundheitsamt), aber eine Eigenquarantäne wird in dem Fall empfohlen. "Man erhält von uns auch ein Merkblatt", so Wylich. Denn viele sind von einem positiven Ergebnis oft so geschockt, dass sie die Informationen nicht verarbeiten können. Auch gäbe es falsch-positive Meldungen, aber diese seien selten, so Wylich weiter.

"Es gilt, die Pandemie zu bekämpfen. Da ist es egal, unter welchem Fähnchen man segelt."

Mittlerweile erfolgen 400 bis 600 Tests am Tag im Testzentrum. "Es wird immer besser angenommen", sagt auch Heinke Liere, Pressesprecherin der Werkstadt. Sie und Wylich loben die gute Partnerschaft. Während die Werkstadt-Mitarbeiter ihre Umbauarbeiten vornehmen konnten, läuft das Testzentrum reibungslos nebenher. "Wenn wir uns nicht sehen, funktioniert alles", meint Wylich. So war es für alle Beteiligten "Glück im Unglück", dass die Werkstadt zwar nicht seinen regulären Betrieb eröffnet konnte, aber eine geeignete Fläche als Testzentrum bot.
Kurze Zeit später habe ich auch mein beruhigendes Ergebnis in der Hand: negativ. Eine positive Nachricht, die ein wenig Sicherheit gibt in dieser unsicheren Zeit.

Autor:

Nicole Martin aus Witten

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