瀑布, Wasserfall, ein klassisches chinesisches Gedicht

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Orbis Terrarum, Berlin 1929
Das Flussbett felsenreich,
kein Hindernis stellt dar
Ganz in der Fern, dort in der Höh,
tritt aus das Wasser klar
Ein Bach, ein Fluss, kann es denn sein,
dass man es halten kann?
Am Ende kehrt‘s zum großen Meer,
macht Wellengang fürwahr.

千巖萬壑不辭勞
遠看方知出處高
溪澗豈能留得住
終歸大海作波濤


Auf Andrew W.F. Wong's Seite finden Sie die Auskünfte über die beiden Dichter (9. Jahrhundert) und ausführliche Worterklärungen. Ein Zen-Mönch schrieb die ersten beiden Zeilen, derjenige der ergänzte wurde später Kaiser und man spürt wie der zweite Dichter die ersten beiden Zeilen, die eine Vorgabe für einen besinnlichen Abschluss sein könnten, nämlich die Aufnahme des wilden Wassers der Reißbäche in das große Meer, nicht übernimmt. Große Wogen werden es am Ende! Du hast noch nicht alles gesehen, verehrter Mönch, ich fange erst an! Ohnehin ist dieses Unterbrechen des geläufigen Denkens reinste Zen-Handlung. Bis zum 大海, zum großen Meer, oder Ozean macht der dichtende, zukünftige Kaiser noch mit, dann kommt der Schluss 波濤, geschrieben mit zwei Zeichen für Wellen, oder Wogen. Das Wort "klar" am Satzende ist ein Verlegenheitsreim, als Folge des Aufrechthaltens des ursprünglichen Reimschemas: aaba.

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4 Kommentare
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Drs. Pol. (NL) Monika Eskandani aus Essen-Süd | 03.12.2016 | 10:41  
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Jan Kellendonk aus Bedburg-Hau | 03.12.2016 | 13:40  
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Drs. Pol. (NL) Monika Eskandani aus Essen-Süd | 04.12.2016 | 13:05  
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Drs. Pol. (NL) Monika Eskandani aus Essen-Süd | 04.12.2016 | 13:11  
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