Haruka Yamadas "Carrefour"

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28 Bilder einer Frau in gebrauchter, manchmal zerrissener Kleidung. Barfuß steht sie mitten in einem Haufen Kleidungsstücke. Die Bilder sind Selbstporträts, entstanden auf einer Mülldeponie in Dijon, wo hauptsächlich Kleidung entsorgt wird. Die Künstlerin suchte sich Kleidungsstücke aus, Hosen, Röcke, Shirts. Aus dem Haufen der Gegenstände die einst irgendjemandes Besitz waren und jetzt nichts mehr darstellen als Material das vergeht, wählte Haruka Yamada Teile in ihrer Größe. Nicht um als Model für shabby look zu posieren, sondern um ein Bild der Wegwerfgesellschafft zu zeigen. Wenn man weiß, dass alte Kleidung die in Europa gesammelt wird noch auf den Märkten in Afrika einen Wert hat, bedeutet das Entsorgen auf einer Mülldeponie ein unnötig vorzeitiges Ende.
Haruka Yamada, Absolventin der Ecole nationale supérieure d’art de Dijon wurde für diese Ausstellung "Carrefour" mit dem Prix Dauphine 2015 ("Grand Prix du Jury") geehrt.
Haruka Yamada bezieht sich außerdem, so die Beschreibung, auf eine Arbeit auf der Monumenta von Christian Boltanski aus 2010. Wer sich die Mühe gibt sein tiefsinniges Werk zu betrachten, wird feststellen, dass es einen wesentlichen Unterschied gibt! Die Kleidungsstücke sind bei Boltanski Körper oder Seelen die weggeworfen wurden, irgendwann hoch gehoben, aber dann doch wieder fallengelassen werden. Yamada aber füllt sie mit Leben, kurzfristig mit ihrem eigenen Leben und verewigt diesen Moment. So steht graue Hoffnungslosigkeit gegenüber Hoffnung. Dem Weggeworfenen steht Yamada nicht wie einer blinden Macht gegenüber. Sie unterscheidet nach Farbe und Größe, hat Gefallen an manchen Kombinationen und bringt sie in den Kreis des Ausgewähltseins.
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